Ride Wild West
Unsere Fahrrad-Reise von New York nach Seattle

 


02. August 2018, 21:53

Do. 26.7. – 88. Tag: Auf Wiedersehen Seattle

An diesem Morgen sind wir schon um 6.00 Uhr aufgestanden, weil wir spätestens den Bus um 8.30 Uhr nach Downtown nehmen wollten. Viel zu früh, wie sich herausstellte. Wir waren bereits um kurz vor 7.00 Uhr an der Bushaltestelle, weil wir nicht gefrühstückt haben und unsere Sachen bereits am Tag zuvor sortiert und eingepackt haben.
Als der Bus kam hieß es ein letztes Mal die Fahrräder auf den Busträger mit einem Hebel befestigen und hoffen, dass die Räder die holprige Busfahrt in die Stadt überstehen und nicht während der Fahrt vor den Bus fallen und überrollt werden. Die Taschen mussten wir alle zusammen schnell greifen und uns voll bepackt durch den Einstieg drängen.
Im vollen Bus saß eine junge Frau neben Petra und die Beiden kamen kurz ins Gespräch. Sie erklärte, dass es eine bessere Haltestelle für die von uns zu nehmende „Link Light Rail“ (Stadtbahn) gibt, als die, die wir uns zuvor angeschaut haben.
Dort sind wir hingegangen (wir sind nicht gefahren!) und mussten zunächst eine Rolltreppe abwärts bewältigen. Das ist spannend, weil das Gewicht des Fahrrads einen nach vorne zieht und auf einer Rolltreppe zu fallen fanden wir uncool. Also war Vorsicht geboten.
Die Station war überschaubar und recht leer. Wir kauften ein Ticket am Automaten und mussten dann mit dem Fahrstuhl noch eine Etage tiefer. Hier sah es schon beinahe futuristisch aus. Tief unter der Erde glatte Betonflächen für Bus und mit Schienen, auf denen die Stadtbahn teils (wie hier) unterirdisch, teils oberirdisch fährt.
Die Fährt war komfortabel, leise und wir waren recht schnell Flughafen. Hier mussten wir uns durch Absperrungen zwängen, durch die wir gerade so eben passten und dann eine lange Strecke durch das Parkhaus zurücklegen, um zum internationalen Abflugbereich zu gelangen. Und dort erwartete uns wieder eine Rolltreppe, diesmal nach oben, was vom Handling nicht einfacher ist.
Die Wartezeit bis zum Öffnen des Lufthansa-Schalters haben wir uns bei Starbucks mit einem Kaffee und unserem letzten „Blueberry-Muffin“ vertrieben.
Norbert hat sich in die Schlange am Schalter eingereiht um unser Gepäck (alle Taschen in der Original-Hinflug-Karierten- Billig-Tasche verstaut) aufzugeben und auch die Fahrräder einzuchecken.
Die Mitarbeiterin der Fluglinie wollte beide Fahrräder sehen und hat uns dann einen heftigen Adrenalin-Stoß versetzt: Die Fahrräder müssen in Boxen verpackt werden und dürfen nicht einfoliert werden. So werden sie die Räder nicht mitnehmen. Nun, damit hatten wir jetzt gar nicht gerechnet und erstmal ein Problem.
Wir sollten eine Etage tiefer zu einem Schalter gehen, die Sachen einlagern. Vielleicht seien da Kartons für die Räder zu finden. Haben wir auch gemacht, aber ohne Erfolg.
Was tun? Um mit einem Taxi in die Stadt zu fahren, war es einfach schon zu spät, einen Paketdienst gab es nicht am Flughafen und so sind wir erneut zum Lufthansa –Schalter gegangen.
Dort wurde das Management über unser Problem informiert und sollte eine Entscheidung treffen, ob wir die Fahrräder mitnehmen dürfen. Nach bangen Minuten, dann die Erlösung. Wir dürfen die Räder ausnahmsweise in Folie verpackt einchecken.
Also auf zum Foliergerät, das für Koffer konzipiert ist. Der nette junge Mitarbeiter an diesem Gerät versuchte zunächst Petras Fahrrad auf dem Automaten zu befestigen, was misslang. Im Laufe des lustigen Einpackens (der Mitarbeiter hätte sich fast gleich mit in Folie verpackt) eilten einige Angestellte hinzu und halfen bei der Aktion. Am Ende haben vier Leute ein Rad verpackt, wobei das zuerst eingepackte nicht so gut aussah. Das Zweite sah schon besser aus.
Die so verpackten Drahtesel mussten jetzt erneut zum Lufthansa-Schalter getragen werden und nach der Kontrolle zum Sperrgepäck-Schalter zurück getragen werden. Petra hatte ihr Fahrrad schon dort hin getragen, als sie sah, dass der Mitarbeiter der das Fahrrad einfoliert hat Norberts Fahrrad trug. Was Trinkgeld so ausmachen kann….
Jetzt waren wir erleichtert. Nur noch ein paar Kontrollen, u.a. durch einen Sprengstoffsuchhund, und wir saßen auch schon im Flieger, der uns auf die Minute pünktlich nach Frankfurt brachte.
Der Abflug in Seattle war Donnerstagmittag, angekommen sind wir in Frankfurt am Freitagmorgen um 8.30 Uhr, obwohl die Flugzeit nur 9 Stunden betrug, aber die Zeitverschiebung von 9 Stunden hinzu kommt.
Die Vorfreude auf die Lieben zu Hause wuchs. Bis zum Abflug um 13.05 Uhr hatten wir noch reichlich Zeit und so versuchten wir vom Terminal aus noch einige Bilder in den Block zu laden, was mehr oder weniger gelang.
Dann aber wurde das „Boarding“ verschoben. Aber nach einer ¾ Stunde dann die Erleichterung und der Einstieg in den Bus zum Flugzeug. Da war ja auch schon unsere Maschine auf dem Rollfeld. Sie stand so nah und doch so fern. Es gab ein Problem mit der Sauerstoffversorgung des Cockpits und der Pilot machte eine Durchsage, dass die Techniker versuchen dieses zu beheben. Nach einer weiteren ¾ Stunde, mit 150 Menschen im Bus in der prallen Sonne und einer unterdurchschnittlichen Klimaanlage, kam die Durchsage des Piloten, dass der Flieger leider am Boden bleiben muss.
Nach der Rückfahrt zum Flughafengebäude machten sich alle auf dem Weg zum Serviceschalter. Der ein oder andere war genervt oder wurde laut. Wir waren auch nicht gerade fröhlich, haben uns aber überlegt, dass wir dann eben den Zug nehmen. Der Mitarbeiter am Serviceschalter war froh, dass wir kein schwieriger Fall waren und schon waren wir nur mit unserem Handgepäck auf dem Weg zum Fernbahnhof. In wenigen Minuten sollte ein Zug kommen. Was für ein Glück. Also in Windeseile Tickets besorgt und nichts wie runter zum Gleis. Zwischendurch haben wir die Kinder informiert, dass wir also nicht am Flughafen Düsseldorf, sondern in Duisburg am HBF ankommen.
Leider stellten wir sehr bald fest, dass unser ICE Verspätung hatte. Erst 10 Minuten, dann 20, dann 30, dann… nach über einer Stunde am Bahnsteige kam er und wir freuten uns, dass es weiter ging. Die Türen schlossen sich, dann eine Durchsage, dass ein herrenloser Koffer gefunden worden ist, der einen Polizeieinsatz nötig macht. Vor unserem inneren Auge kam schon das Bombenräum- Kommando. Aber nach ein paar Minuten ging es dann doch los.
Der ICE war gut gefüllt und die Verspätung war natürlich nicht mehr aufzuholen. Kurz hinter Köln wurden dann die beiden letzten Haltestellen des Zuges komplett gestrichen (Duisburg und Essen). Pure Begeisterung unter den Fahrgästen im Zug. Wir haben uns entschieden, in Düsseldorf die S-Bahn nach Hösel zu nehmen und informierten die Kinder. Sie waren schon auf dem Weg nach Duisburg und mussten also wieder nach Ratingen umkehren. Kurz nach dem Gespräch sagte eine Mitreisende, dass die Bahn nur bis Ratingen Ost fährt. Also wieder anrufen und den Abholort korrigieren. Dieses Spiel haben wir dann noch einmal gemacht, da ein Mann dann sagte, dass die S6 seiner Meinung nach gar nicht fahren würde. Also wieder die Kinder angerufen und sie informiert, dass wir also auch nicht nach Ratingen-Ost kommen. In Düsseldorf würden wir uns dann wieder melden.
Endlich in Düsseldorf versuchten wir doch die S6 nach Ratingen –Ost auf dem Plan zu finden. Ohne Erfolg, daher kauften wir Tickets für die Bahn S11 zum Flughafen-Terminal. Oben am Gleis angekommen, strahlte uns die S6 entgegen. Da die Info, dass wir am Fernbahnhof ankommen aber schon raus war und wir den Kindern einen lustigen Nachmittag im Auto mit hin und her fahren beschert haben, sind wir in die ein paar Minuten später eintreffende S11 gestiegen. Leider kamen wir nicht, wie von uns gedacht am Fernbahnhof an, sondern direkt im Flughafen. Aber nach einer kurzen Fahrt im Sky-Train waren wir endlich da.
Jana, Niklas und Tobi standen am Zielort und zunächst wurden alle gedrückt. Inga, Anka und Herbert sind trotz der Affenhitze auch mitgekommen und wir wurden von allen toll empfangen. Zu Hause wartete Eddie auf uns und wurde selbstverständlich auch geherzt.
Wir freuen und nach einer aufregenden, ereignisreichen Zeit auch wieder gekannten Boden unter den Füßen zu haben. Die Reise war toll, aber zu Hause ist es doch am Schönsten.
Petra & Norbert

Sondereintrag:
Am Samstagabend hatten wir vor, mit der Familie essen zu gehen. Wir wollten uns um kurz nach 19.00 Uhr am Restaurant treffen. Auf dem Weg sagte Jana, dass sie ihr Handy vergessen hat und wollte drehen – dachten wir.
Es ging aber zu einem Vereinsheim. Wir wussten nicht, was los ist. Als wir durch die Türe gingen, sangen 60 Leute „Take me home Country Road…“. Wir waren einmal mehr fassungslos, unsere Familie und einen Großteil unserer Freunde auf einem Haufen zu sehen. Damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet und haben uns tierisch gefreut.
Bei der „Hauptorganisatorin“ Jana möchten wir uns besonders bedanken, die die tolle Idee hatte und so viel Zeit für die Realisierung und Organisation aufwenden musste.
Bei Rike möchten wir uns herzlich für die gedruckte Version unserer Erlebnisse bedanken; es ist schön, das alles noch einmal in den Händen zu halten.
Aber auch bei allen anderen, die sich nicht verplappert haben, so dass die Überraschung gelingen konnte, die geholfen haben bei der Vorbereitung und der Deko, die Getränke gestiftet haben, die so fleißig waren während der Feier, die so leckere Sachen mitgebracht haben…..und ganz besonders dafür, dass ihr alle gekommen seid!!!
Petra & Norbert

Redakteur

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26. Juli 2018, 07:54

Mi. 25.7. - 87. Tag: Die Lachstreppe

Seattle: 21 km

Heute war unser letzter Tag in Seattle. Morgen früh werden wir zum Flughafen fahren und dann geht es ab nach Hause.
Der Tag begann damit, dass wir die Berichte und ein Teil der Bilder der letzten drei Tage in den Blog eingestellt haben (nachdem wir daran bis 1.20 Uhr morgens geschrieben haben). Zur Belohnung haben wir ein letztes Mal ausgiebig bei „Patty‘s Eggnest“ um die Ecke gefrühstückt. Etwa um 9.30 Uhr sind wir zur Bushaltestelle gegangen und mit dem altbekannten 28er nach Downtown, rein ins Gewühl, gefahren. Doch was war das? Heute war kein Gewühl. Aus irgendwelchen Gründen war die Innenstadt schon fast leer. Vielleicht weil das Kreuzfahrtschiff wieder ausgelaufen ist.
Wir haben das Seattle-Aquarium besucht und auch hier war es relativ leer. Man konnte ohne Probleme oder langes Warten an alle Becken und dann macht das Ganze auch Spaß.
Uns hat es jedenfalls gefallen. Wir sind dann an „Pike Market Place“ wieder vorbei in eine belebte Einkaufsstraße und haben uns zum kurzen Verweilen einen Kaffee in einem kleinen Café besorgt. Der Platz davor war sehr schön angelegt. Besucher konnten sich an Tische setzen, ihr mitgebrachtes Essen zu sich nehmen oder auch Schach, Badminton oder Tischtennis spielen – und das mitten in der Stadt. Es war toll, die Leute dabei ein bißchen zu beobachten. Bevor wir zurück gefahren sind, haben wir uns in Vorbereitung auf Morgen einmal die „Westlake Station“ angesehen, weil dort die „Light Rail“ (Bahn) zum Flughafen abfährt. Wir wissen jetzt schon, dass der Aufzug kaputt ist und wir die Fahrräder die Treppe runter tragen/schieben müssen. :(
Gegen 15.00 Uhr waren wir kurz in unserer Unterkunft, haben die Räder geschnappt und haben uns auf den Weg zu den „Ballard Locks“ gemacht. Das ist eine sehr große Schleusenanlage, die vom Pazifik zur „Salmon Bay“ führt. Aber das ist nicht alles. Dort gibt es eine Lachstreppe. Das kann man sich nur schwer vorstellen, man muss es gesehen haben. Lachse schwimmen entgegen des Stroms und müssen dabei einen Höhenunterschied bewältigen. Von einer Plattform aus kann man die Lachse von oben im Wasser schwimmen sehen. Und das waren viele und sehr große. Außerdem tummelte sich dort auch ein Seehund! Man kann aber auch in eine Gebäude gehen, wo es Fensterscheiben zu dieser Fischtreppe gibt und den Lachsen bei ihren Versuchen das Hindernis zu bewältigen zusehen. Sehr cool.
Zum guten Schluss wollten wir in einem sehr angesagten Burger-Restaurant „Red Mill“ (Rote Mühle) unseren letzten Burger in den US verspeisen. Wir sind dabei etwas vom Weg abgekommen und haben statt der relativ flachen Route den Weg über die steilen Hügel genommen. Wir waren bei fast 30°C echt bedient. Aber gefunden haben wir es nach 3x fragen dann doch und der Burger war lecker.
Schließlich sind wir müde wieder in unserer Unterkunft angekommen und haben schon unsere wenigen Sachen für den Flug zusammen gepackt.
Abenteuerlich wird es dann erst wieder am Flughafen, wenn wir die Fahrräder verpacken müssen. Dafür haben wir etwas Noppenfolie aus dem Bikeshop, aber auch Müllbeutel und Klebeband besorgt.


Liebe Familie, Freunde und alle weiteren lieben Leser,

unsere Reise ist nun bald beendet und morgen fliegen wir zurück nach Hause.
Wir hatten viel Spaß in den US, haben viele schöne und einzigartige Erfahrungen gemacht und hoffen, dass ihr mit dem Blog ein wenig mit gereist seid.
Wir freuen uns, wenn ihr Spaß daran hattet und möchten uns noch für die lieben Einträge,
Glückwünsche, aufmunternden Worte unterwegs oder Kommentare bedanken. Diese haben uns sehr viel Freude gemacht und uns auch motiviert.
Schade, aber einmal ist auch die längste Reise zu Ende.

Einen letzten Eintrag wir es noch vom Rückreisetag geben – aber dann ist

ENDE

Herzliche Grüße
Petra und Norbert

Redakteur

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25. Juli 2018, 17:05

Di. 24.7. - 86. Tag: Unter der Stadt

Seattle: 9 km

Nach dem Frühstück sind wir nach Seattle mit dem Bus gefahren und haben die Underground-Tour absolviert. Seattle ist Ende des 19. Jahrhunderts komplett abgebrannt und wurde wieder aufgebaut. Weil die Stadt zuvor allerdings zu niedrig war und im Schlamm versank, wurde die Stadt später höher wieder errichtet.
Wir sind quasi im Keller rumgelaufen, aber das war früher die Straße mit Geschäfte, etc.. Wir hatten einen unterhaltsamen Tourguide und die Geschichte wurde mit ein paar Anekdoten aufgelockert.
Direkt danach sind wir zu den Piers gelaufen und haben uns für unsere Hafenrundfahrt angestellt. Nach 10 Minuten Wartezeit konnten wir an Bord und hatten bei der Fahrt einen wunderschönen Blick auf Seattle vom Wasser aus. Die Fahrt ging erst entlang der Stadt, dann in den Hafenbereich mit riesigen Verladestationen und Containerschiffen mit zigtausend Containern darauf.
Nach einer Fisch-Stärkung am Pier haben wir den „Pike Market Place“ in Angriff genommen. Dieser alte Markt ist die Haupttouristenattraktion der Stadt und dementsprechend voll. Schön ist er auf jeden Fall, leider zu voll. Es gibt alles was es auf einem Markt zu kaufen gibt, darüber hinaus auf mehreren Etagen Geschäfte, die zwar zum Teil etwas unordentlich wirken, aber durchaus liebenswert sind.
Direkt am Pike Market Place gibt es eine weitere Attraktion, die wir uns nicht entgehen lassen wollten: die „Gum-Wall“. Diese Wand ist voll geklebt mit Kaugummi in allen möglichen Farben und wird regelmäßig gereinigt, weil der Kaugummi sonst Überhand nimmt. Hört sich eklig an, ist es auch, sieht aber trotzdem lustig aus.

Nachdem wir ein paar Einkäufe getätigt hatten und zur Stärkung noch einen Kaffee in der Stadt getrunken haben, sind wir wieder in unsere Unterkunft zurück.
Wir haben uns direkt mit dem Fahrrad auf dem Weg zu einem Fahrradladen gemacht, weil wir Probleme hatten, die Pedalen zu lösen (auch das kam uns bekannt vor)!
Aber der nette, junge Mann aus dem Shop hatte das passende Werkzeug und wir durften auch noch Verpackungsmaterial für den Rückflug haben.

Gegen 19.30 Uhr und nach unserem Abendessen im Garten und einem Gespräch mit Linda (einem weiterem Gast hier) sind wir zum „Carkeek-Park“ mit dem Rad gefahren. Dort war ein Strand, von dem wir den Sonnenuntergang sehen wollten. Der war auch toll. Einzig die langen Züge, die direkt hinter dem Strand fuhren, trübten die Idylle.

Redakteur

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25. Juli 2018, 17:04

Mo. 23.7. - 85. Tag: Space Needle

Seattle: 10 km

Wir wollten für unseren Abreisetag ausprobieren, wie man die Fahrräder auf die Träger an der Frontseite der Busse befestigt. Alles ganz easy!
So ging es dann mit dem Bus und den aufgeladenen Rädern in die Innenstadt von Seattle. Den Blick hatten wir auf die Räder gerichtet und bei der Wackelei über die unebenen Straßen dachten wir ein paar Mal: Jetzt kippen sie gleich runter.
Unser Plan war heute früh um 9:30 Uhr am „Space Needle“ zu sein und dort auch den City Pass mit einigen Vergünstigungen zu kaufen. Es war auch leer dort und wir konnten direkt zu den Aufzügen durchgehen. Es war ein grandioser Blick von da oben auf die Stadt und die Umgebung. Wir konnten in der Ferne „Mount Rainier“ sehen, der über der Stadt thront und natürlich die Berge der Kaskaden-Kette, die wir in den vergangenen Tagen durchfahren haben. Nach Westen sahen wir die Gipfel der hohen Berge des „Olympic Natianal Park“, der auf einer Halbinsel der Stadt Seattle vorgelagert ist.
Mit unserem Ticket durften wir 2-mal in 24 Stunden auf den Space Needle. Also hatten wir vor, abends zum Sonnenuntergang noch einmal hochzufahren und die Szenerie während der Abenddämmerung zu betrachten.
Neben dem Space Needle war das Pop-Museum, das aber ziemlich enttäuschend war. Auf dem Weg in die Stadt lag noch der „Olympic Park“, in dem moderne Skulpturen zu sehen sind, die für das Museum der modernen Künste zu groß sind.
Zunächst haben wir eine Hafenrundfahrt, danach eine Undergroundtour für den nächsten Tag organisiert. Anschließen haben wir erfolglos versucht Souvenirs zu kaufen.
Schließlich sind wir mit dem Bus wieder aus der Stadt heraus gefahren und wollten in einer Pizzaria hinter der Bushaltestelle für unser Abendessen sorgen. Neben Salat haben wir noch eine Veggie-Pizza bestellt. Wir haben wohl etwas überrascht geguckt, als uns die frisch belegte Pizza fertig verpackt in Folie übergeben wurde. Sie war ungebacken und zum Fertigbacken zu Hause gedacht.
Konnten wir aber umtauschen. :)
Nach unserem erneuten chinesischem Essen sind wir gegen 20.00 Uhr nochmals zu Space Needle gefahren. Der Ausblick bei Dämmerung und einige Zeit später in der Dunkelheit war umwerfend.

Auf der Rückfahrt hatten wir allerdings Pech. Ein Platten. Nein, nicht am Fahrrad, der Bus um 22.30 Uhr hatte unterwegs einen Platten und konnte nicht weiterfahren. Uns blieb nichts anderes übrig, als auf den nächsten Bus zu warten, der fast an uns vorbei gefahren wäre.

Redakteur

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25. Juli 2018, 17:03

So. 22.7. - 84. Tag: Die magische Grenze: 5.000 km

Seattle: 33 km

Heute haben wir wieder die Räder genutzt. Kaum zu glauben, oder?
Aber vorher haben wir ein gutes Frühstück in „Patty´s Eggnest“ eingenommen. Diese urige Bude ist praktischerweise gleich um die Ecke.
Gestärkt haben wir nach einem Telefongespräch mit den Lieben z u Hause die Fahrräder geschnappt und haben und auf den Weg zum „Lake Union“ gemacht. Zunächst sind wir am „Green Lake“ angekommen, wo wir gar nicht hin wollten. Dort war es aber auch schön! Also bei herrlichstem Sonnenschein und angenehmen 28 °C um den kleinen See herum und zum großen Lake Union.
Wir waren überrascht wie viel an und auf dem See los ist.
Die Menschen am Ufer verteilten sich, aber auf dem See waren Yachten, kleine Segelboote, Kanuten, Stand up-Paddler und ab und an startete oder landete ein Wasserflugzeug.
Am Ufer gab es neben kleinen Parks auch große Steganleger und Hausboote.
Es war jedenfalls eine Freude das bunte Treiben auf und am See zu beobachten.
Es gab eine Radweg entlang des Sees und auf diesen waren viele andere Radfahrer und Jogger unterwegs.
Auf dem Rückweg in Freemont haben wir noch einen Trödelmarkt besucht und dann lag da noch eine Brauerei auf dem Weg…
Nach dem kleinen Abstecher haben wir uns überlegt, die Fahrräder nach der langen Tour noch zu reinigen und haben eine Autowaschanlage angesteuert. Es war zwar Sonntag, aber die Amerikaner sehen das nicht so eng und so war dort auch reichlich Betrieb.
Wir haben eine Motorradfahrer gefragt, wie das dort alles funktioniert und Luis, der Fahrer, hat uns alles erklärt uns geholfen die Räder mit dem Hochdruckreiniger zu säubern. Er hat uns sogar die 2 Dollar für den Hochdruckreiniger spendiert und wir haben uns bestens mit ihm unterhalten, hat er doch eine deutsche Frau und schwärmte von Trier und Bitburger.
Nach der Aktion „Sauberes Rad“ (können wir nur empfehlen, geht sehr schnell), haben wir uns beim Panda Express (China-Schnellimbiss) unser Abendessen besorgt.
Ratet, was auf Norberts Glückskeks stand?! Antwort: „You will soon find new adventure in life.“

Mit unserer heutigen kleinen Radtour von 33 Kilometern haben wir die magische 5.000 Kilometer-Grenze geknackt!

Redakteur

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25. Juli 2018, 17:02

Sa. 21.7. - 83. Tag: Unser erster Touri-Tag

Seattle: 0 km

Wir haben bis 11:15 Uhr geschlafen! Das war ebenso schön, wie notwendig.
Und um es vorweg zu sagen: Das Fahrrad haben wir heute stehengelassen.
Denn man muss nicht mit dem Fahrrad fahren, man kann auch mit dem Bus vorzüglich in die Innenstadt von Seattle fahren.
Wenn man an der richtigen Haltestelle steht. Wir haben ca. 20 min. an der Haltestelle des 28er Busses gewartet, bis uns eine nette, vorbeikommende Frau darauf hinwies, dass der Bus an dieser Haltestelle nur an Werktagen hält und die nächste Haltestelle 2 Blocks links die 8th Street hoch sei. (Super; nur 2 Blocks!). Wir also hin und tatsächlich kam der 28er dann auch und hat uns nach „Downtown“ mitgenommen. Gegen 14 Uhr waren wir dort und sind am „Pike Market Place“ ausgestiegen (weil da alle Touris aussteigen).
Da heute Samstag war, gab es ein großes Gedränge im Pike Market Place. Wir sind dort deshalb nur kurz rein und dann schnell nach unten zu den Piers gegangen.
An den Piers gab es alles für den Touri-Bedarf: Essen, Souvenirs, Straßenkünstler und sonstiger Klamauk. Gegen 17:30 Uhr mussten wir wieder an der Unterkunft sein, weil Vio und Peter uns dann zu einem gemeinsamen Essen vor ihrem Abflug am Sonntag abholen wollten. Also haben wir uns im Supermarkt noch ein Croissant als Snack zwischendurch geholt und haben die Abfahrtsstation des Busses gesucht und auch gefunden. Der Bus kam und wir waren ca. 16:30 Uhr wieder an unserer Unterkunft. Eine Stunde später kam unsere Vermieterin Flor vom Einkaufen zurück und hatte Vio und Peter im Schlepptau, die ihr halfen irgendwelche eingekauften Sachen ins Haus zu tragen.
Natürlich mussten wir ihnen noch unser Marilyn Monroe-Zimmer zeigen. Sie waren beeindruckt.
Essen waren wir dann in einem mexikanischen Restaurant im Stadtteil Fremont, in dem die beiden bereits vor ein paar Tagen gastierten. In einer Bar haben wir dann den Abend ausklingen lassen.
Die beiden sind dann am nächsten Tag nach Hause geflogen. Toll, dass wir uns noch einmal in Seattle sehen konnten.

Redakteur

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22. Juli 2018, 03:09

Fr. 20.7. - 82. Tag: SEATTLE !!!

Lakewood, WA nach Seattle, WA: 81 km

Was uns vor 3 Monaten, zu Beginn unserer Reise, noch unerreichbar erschien, ist jetzt eingetroffen.
Wir sind da! Wir sind in Seattle am Pazifik! Hurra!!!

Aber der Reihe nach. Es war auch diesmal wieder eine Fahrt mit Hindernissen, ähm, Herausforderungen.
Wir sind so gegen 7:30 Uhr, bei 12° Grad, am Hotel in Lakewood nach Norden losgefahren. Es ging zunächst über die Hauptstraße und dann ein paar Kilometer über einen Radweg. Der Weg schwenkte nach Westen und wir hätten über eine Brücke fahren müssen, die (natürlich) wegen einer Baustelle gesperrt war.
Irgendwie kam uns das bekannt vor. ;)
Wenn wir die Brücke nach Norden umfahren hätten, hätten wir eine andere, sehr stark befahrene Autobahn-Brücke nehmen müssen. Die Highways in Städten sind meist sehr verkehrsreich und für Radfahrer nicht sehr gemütlich. Also haben wir uns für einen ca. 10 km Umweg entschieden. Es ging nach Süd-Osten an einem Kanal entlang, bis wir endlich auf eine kleine Brücke gestoßen sind, die wieder Richtung Norden führte. Nach einiger Zeit kamen wir dann auf die US-99, die in Nord-Süd-Richtung durch den gesamten Staat Washington verläuft.
Nach ca. 30 weiteren Kilometern sind wir am internationalen Flughafen Seattle-Tacoma vorbeigekommen und nach weiteren 10 km an einem großen Boeing-Gelände mit Flughafen, Reparatur- und Montagehallen sowie einem Museum mit vielen großen Ausstellungsflugzeugen.
Auf einmal war die US-99 für Radfahrer gesperrt. Aber da wir mittlerweile einen schönen Blick auf die Skyline von Seattle hatten, konnten wir uns daran gut orientieren. Immer Richtung „Space Needle“ (Turm - Wahrzeichen von Seattle)!
Die gesamte Strecke des heutigen Tages haben wir nur Stadtgeschehen erlebt, d.h. viele Straßen, viele Läden, viele Schnellrestaurants, viel Verkehr, viele Ampeln, viel Lärm und wir mussten auch immer sehr gut aufpassen.
Kurz vor der Innenstadt haben wir uns dann wieder westlich Richtung Hafen gehalten und sind entlang der Piers im Erdgeschoss einer Straße mit 3 Etagen gefahren. Hier stand der Verkehr, aber mit den Fahrrädern sind wir gut durchgekommen. Hier legten die Fähren an und ab und es gab auch viele Restaurants auf den Piers. In einem haben wir etwas gegessen und uns dazu zur Feier des Tages einen Wein gegönnt. Es war ja mittlerweile schon 13.30 Uhr. Hier am Ufer des Pazifiks haben wir uns noch gegenseitig 2 Medaillen verliehen, die Petra vorher heimlich besorgt und ca. 5.000 km mitgeschleppt hat. So saßen wir frisch dekoriert in der Sonne am Hafen in Seattle und haben den lokalen Chardonnay und das „Seafood“ genossen.
Auf unsere schönen New-York-Seattle T-Shirts sind wir einige Male angesprochen worden und und es wurde fleißig gratuliert. Zwei Männer in einem Handwerker-Auto haben im Vorbeifahren gefragt, ob wir wirklich von New York nach Seattle geradelt sind und riefen nach unserer Antwort „Great job!“ und weg waren sie.
Wir mussten noch weiter, da unsere AirBnB-Unterkunft im Norden von Seattle war. Es war noch einmal eine Strecke von ca. 15 km im dichten Stadtverkehr, die wir bewältigen mussten.
Nachdem wir das Haus gefunden hatten, hat Flor - unsere Gastgeberin - uns in unser Zimmer geführt. Bei ihr hat jedes Zimmer ein Motto. Das Motto von unserem Zimmer ist „Marilyn Monroe“. Hier hängen ca. 25 Marilyn-Bilder an den Wänden und alle möglichen Abstellflächen sind mit Marilyn-Devotionalien aller Art dekoriert. Es gibt Tassen, Tabletts, Dosen, Gläser, Spiegel und Blechschilder. Wahrscheinlich ist die Aufzählung nicht vollständig. Mal sehen, welche Spätfolgen die Zimmer-Dekoration auf uns haben wird.
Wir freuen uns auf alle Fälle darauf, Morgen nicht in aller Frühe aufzustehen und mit dem Rad weiterzufahren.

Wir werden ausschlafen …

… und uns dann vielleicht noch ein paar Gedanken zur Tour machen.

Redakteur

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20. Juli 2018, 05:49

Do. 19.7. - 81. Tag: Vor den Toren von Seattle

Morton, WA nach Lakewood, WA: 90 km

Da wir nur ein schmales Doppelbett in der Cabin hatten, wobei die Matratze auch bei jeder Bewegung wackelte, haben wir sehr schlecht geschlafen.

Zu unserer Überraschung war es am Morgen mit 12 °C relativ kühl und der Himmel sah aus wie ein Milchglasscheibe; keine Wolken, sondern eine milchig-weiße Fläche.

Die Strecke ging heute über die WA-7 nach Norden bis kurz vor Seattle. Zunächst kam (wie üblich) ein ca. 12 km langer Anstieg, dann eine ebenso lange Abfahrt, die dann in eine leicht abfallende Strecke mit vielen rauf und runter überging.
Es gab eine Menge Nadelbäume, viele davon über und über voll mit Moos, ein deutliches Zeichen für Feuchtigkeit. Außerdem standen am Wegesrand viele Gräser, Farne, Margeriten, Wicken, Fingerhut und andere Wildblumen.
Die Sonne ließ sich für einen ganz kurzen Moment um 9.00 Uhr blicken, war aber sofort wieder hinter Wolken verschwunden, die man jetzt aber auch als Wolken und nicht mehr wie eine milchige Fläche bezeichnen konnte.
Eine kleine Kaffeepause haben wir in dem Örtchen Elbe gemacht, die war auch nötig; zum Aufwärmen. Nach den vergangenen Tagen sind wir diese Temperaturen nicht mehr gewohnt. Wir sind einen Großteil des Tages mit Jacke gefahren.
Hinter Elbe kam ein See an dem wir entlang fuhren. Dahinter wurde die Straße sehr kurvig und nach knapp 50 Kilometern fiel uns auf, dass die Hügel und Berge nicht mehr da sind. Dafür haben wir noch ein paar Rehe gesehen.
Etwas später kamen wir an eine Baustelle, die sich mit kleinen Unterbrechungen 9 Kilometer zog.
Unterhaltsam ist das aber auf jeden Fall. Die Fahrbahndecke wurde neu geteert, folglich waren die Streckenabschnitte nur einspurig zu befahren und der Verkehr aus beiden Richtungen wollte geregelt werden. Dafür stehen am Baustellenbeginn immer Arbeiter mit einem zweiseitigem Schild in der Hand, welches entsprechend gedreht wird. Auf der einen Seite steht „Stop“, auf der anderen Seite „Slow“ (langsam Fahren). Bei uns wird statt Arbeitern eine Baustellenampel eingesetzt. Aber wir konnten uns so an jedem Stopp mit einem Arbeiter unterhalten. Selbstverständlich wurde von diesem erst einmal per Funk nachgefragt, wie mit Radfahrern zu verfahren sei: Wir sollten nach den Autos so schnell wie möglich, durch die Baustelle fahren. „So schnell wie möglich“ ist berghoch so eine Sache…. Nach der Baustelle waren wir recht müde und die Beine meldeten sich auch noch einmal zu Wort.
Gegen Mittag kehrten wir in einer Bar am Wegesrand ein, da hier 4 Polizeiautos standen und die Sheriffs ebenfalls zum Mittagessen hier eingekehrt waren. Wir fühlten uns so sicher dass wir auf ein Abschließen der Räder verzichtet haben. :)

Nach insgesamt ca. 70 Kilometern kamen wir wieder in bewohntere Gebiete. Der Verkehr nahm ebenso wie der Müll am Straßenrand zu.
Kurz vor Ende der heutigen Etappe begann die Stadt Tacoma und wir haben uns auf der 4-spurigen Einfahrtstraße mit einer Bikelane ein Rennen mit einem Bus geliefert. Wenn er an einer Haltestelle anhielt, haben wir überholt. Dazwischen hat er wieder die Führung übernommen. Am Ende hatte der Bus doch gewonnen.
Die letzten Kilometer zu unserem Hotel fuhren wir durch Nebenstraßen und es war wieder ruhig. Die Reise neigt sich so langsam dem Ende zu; Morgen geht es nach Seattle!

Redakteur

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20. Juli 2018, 01:04

Mi. 18.7. - 80. Tag: Wir sind durch die Rockies!

Indian Creek, WA nach Morton, WA: 107 km

Mit dieser Etappe haben wir die Gebirgszüge der Rocky Mountains endgültig hinter uns gelassen.
Wir sind zunächst die restlichen 14,5 km zum 1.500 m hohen „White Pass“ hoch geklettert.
Nach guten 1,5 Stunden haben wir dieses Zwischenziel erreicht und als erstes einen Skilift entdeckt. Am Fuße der Liftstation des dortigen Skigebietes haben wir eine kleine Pause mit Muffins eingelegt und dann ging es in eine ca. 30 km lange Abfahrt.
Wir mussten uns warm einpacken, da es deutlich kühler auf der West-Seite des Passes war, dazu kam der Fahrtwind und der Gegenwind. Die Finger wurden leicht blau.
Als wir um eine Kurve kamen, sahen wir auf einmal den über 4.000 m hohen und schneebedeckten „Mount Rainier“ vor uns. Er war leider etwas wolkenverhangen, aber es war trotzdem ein umwerfender Anblick. Wir kamen kaum voran, denn hinter jeder Kurve gab es einen neuen Blick auf den Berg oder in die schöne Landschaft.
Der „Mount Rainier“ und der „Mount St. Helens“ gehören zum pazifischen Feuerring und sind vulkanischen Ursprungs. Daher sind diese alleinstehenden Kegel auch weit sichtbar. Der Mt. St. Helens ist noch 1980 ausgebrochen und hat dabei sein Nordflanke weggesprengt. Seitdem ist der ist der Berg über 100 m niedriger. Der Mount Rainier ist derzeit zum Glück ruhig.
Unser Weg über die US-12 führte uns genau zwischen diesen Bergen durch den Gebirgszug der „Cascade Range“.
Man merkte, dass wir jetzt auf der Pazifik-Seite der Bergkette waren. Die Berge waren dicht bewaldet. Hier gibt es ausreichend Wasser. Nicht wie auf der dürren Ost-Seite, wo wir gestern in Yakima losgefahren sind. Und auch die Temperaturen waren tagsüber in der Ebene (nach ca. 50 Kilmetern) mit ca. 24 °C erträglicher.
Aber die 90 km hinter dem Pass zogen sich. Es stellte sich ab Mittag dann auch wieder ein ordentlicher Headwind ein, sodass wir erst gegen 17 Uhr in Morton waren. Wir hatten fast den Eindruck, das der Wind es uns etwas schwerer macht, damit unsere Tour noch ein Weilchen andauert. Nach insgesamt 75 Kilometern mussten wir auch noch etliche Kilometer berghoch fahren. Oft sieht es so aus, als ob es bergab geht, insbesondere nach steileren Passagen, dabei geht es weiter berghoch, nur etwas moderater. Sind das etwa Halluzinationen nach den Anstrengungen der Anstiege?
Gesehen haben wir heute wieder sehr viel: stark bewaldete Hügel, sehr, sehr hohe Bäume, die beiden Berge St. Mt. Helens und Mt. Rainier, dann aber auch wieder Farmen, sehr viele Raubvögel, Wiesen, Felder, Wasserfälle, Flüsse, und …..
Die Straßenverhältnisse waren sehr unterschiedlich, von gerade neu asphaltiert, über einen breiten Seitenstreifen (oder gar keinen) garniert mit Schotter, Löchern, Unebenheiten und Glas.

Das Motel in Morton war ausgebucht und wir hatten vorab schon eine „Cabin“ gemietet. Eine Cabin ist eine kleine Hütte mit 1-2 kleinen Zimmerchen. Nach Duschen und einem kleinen Einkauf haben wir vor der Hütte zu Abend gegessen.
Morgen geht es ca. 90 km nach Norden in den Ort Lakewood.

Bis Seattle sind es nur noch 2 Tagesreisen!

Redakteur

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18. Juli 2018, 15:21

Di. 17.7. - 79. Tag: Licht am Ende des Tunnels

Yakima nach Indian Creek Campground: 72 km
Trotz der Hitze haben wir uns entschlossen, im Hotel um 6.00 Uhr zu frühstücken, denn die Tage der „Waffles“ (immer gleich neutral schmeckende, amerikanische Frühstückswaffeln) sind gezählt. :)
Wir haben unsere Räder wieder vor dem Frühstück gepackt und konnten so gegen 6.30 Uhr losfahren. In Yakima war schon viel Verkehr und wir mussten auch ein Stückchen auf der US12/Interstate fahren. Nach 3 Kilometern sind wir auf einen schönen Radweg gewechselt, der uns fast 20 Kilometer bis nach Naches führte. Wir sind sogar einigen Radfahrern zu früher Stunde auf diesem Weg begegnet. Wir fuhren wieder an Apfelplantagen vorbei und an einer Fabrik, die die riesigen Obstkisten fertigt und einer weiteren, die die Früchte verarbeitet.
In Naches haben wir noch kurz unseren Wasservorrat auf 100% aufgestockt und sind weitere 7 Kilometer an Hügeln und einen Naturreservat vorbei, bis zu der Abzweigung, die den White Pass hoch führt, gefahren.
Die Landschaft ist heute schwer zu beschreiben, da sie wirklich abwechslungsreich war. Zunächst hatten wir Gräser, Sträucher und sehr laute Grillen auf der einen Seite neben uns. Auf der anderen Seite schlängelte sich der Tieton River durch in Landschaft, an dessen Ufer es grün war und man dahinter auf schroffe Felsen blickte.
Als wir durch Naches raus waren, war es schon fast 9.00 Uhr und die Sonne war schon sehr intensiv. Rehe haben wir schon seit ein paar Tagen nicht mehr gesehen, dafür war die Gegend wahrscheinlich zu bewirtschaftet.
Aber heute machten uns die kleinen Erdhörnchen Spaß, die teilweise erschrocken und laut schimpfend in ihren Erdlöchern oder Behausungen unter Felsen und Steine flohen. Diese kleinen und flinken Kerlchen blieben uns ca. 20 Kilometer lang treu, dann wurden es merklich weniger. Vorstellen kann man sich diese Tiere wie kleinere Eichhörnchen (zum Fotografieren waren sie zu schnell). An manchen Stellen hatten sie sogar kleine Wege, die aussahen wir Mini-Trampelpfade.
Je weiter wir den Pass hochfuhren, desto bewaldeter wurde es. Die Strecke ging von Yakima aus leicht berghoch, steiler wurde es ab der Abzweigung. Mit der heutigen und morgigen Strecke durchqueren wir die „Cascade Range“, die letzte Bergkette vor dem Pazifik.
Pausen haben wir heute einige gemacht, weil es anstrengend und sehr warm war, außerdem schmerzten Schultern, Po und Norbert Füße. Die Straße lag in der Sonne, aber entgegen manch anderer Strecke konnten wir uns wenigstens im Schatten ausruhen, da große Bäume dies möglich machten. Wind hatten wir auch, mal war er für uns, mal gegen uns.
Nach insgesamt 62 Kilometern kam ein steiles Stück, dass in einem kurzen Tunnel endete. Dies ist einerseits schön und aufregend, aber die gesamte Pass-Straße heute hatte keinen Seitenstreifen, es war eng und Autos und insbesondere Trucks fuhren mit unveränderter Geschwindigkeit und nah an uns vorbei und im Tunnel kann das sehr gefährlich werden.
Aber es kam Licht am Ende des Tunnels: Ein phantastischer Stausee erwartete uns auf der anderen Seite. Ein wunderschöner Anblick. Hier blies der Wind auch ganz ordentlich. Wir staunten über diesen riesigen See und freuten uns, als wir unerwartet eine kleine Bude erreichten, die Lunch anbot. Dort haben wir – mal wieder – Burger (einen wirklich sehr guten) gegessen und uns abgekühlt.
Wir wechselten noch ein paar Worte mit dem Besitzer-Ehepaar und einigen Gästen und fuhren dann die letzten 5 Kilometer zum „Indian Creek Campground“.
Erfreulicherweise gab es hier sogar ein kleines Motel, welches noch ein Zimmer frei hatte und uns blieb der Zeltaufbau und das Schlafen darin bei 38° C erspart. Am meisten haben wir uns heute über die vorhandene Dusche gefreut, da der letzte Zeltplatz ja keine hatte!
Nach ein bisschen „Chillen“ sind wir zum noch einmal ans Seeufer gegangen. Dort wurden wir mehrfach angesprochen, ob wir die beiden Radfahrer seien, die die Pass-Straße hochgefahren sind.
Später haben wir vor unserer Motel-Türe, das mitgebrachte Abendessen verspeist (die Käsescheiben sind durch die Hitze zu einem Klumpen zusammen gewachsen).
Morgen haben wir das steilste Stück des Passes vor der Brust. 12 Kilometer bis zum „White Pass“ danach ist es hoffentlich ein schönes „Rollen lassen“.

Bis Seattle sind es nur noch 3 Tagesreisen!

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