Ride Wild West
Unsere Fahrrad-Reise von New York nach Seattle

 


29. Juni 2018, 00:34

Di. 26.06. - 58. Tag: Old Faithful

Grant Village, Yellowstone – Old Faithful, Yellowstone

Nach dem Aufstehen um 7 Uhr und einem kleinen Frühstück auf dem Zimmer sind wir mit dem Auto nach Norden um den See herum gefahren. Wir wollten ein Stück in Richtung „East Entrance“ fahren, wo wir gestern noch nicht waren. Unser Ziel war das „Pelican Valley“. Dort wollten wir eine Wanderung machen. Wir parkten an dem Parkplatz, bei dem der Trail losging.
Nach ca. 50 m stand ein Schild mit einer kleinen Karte und dem Hinweis, dass man auf Bären achten soll, verbunden mit Verhaltensregeln bei Kontakt mit Bären.
Auf diese Art leicht verunsichert sind wir dann losgelaufen. Nach einem kurzen Waldstück kamen wir auf eine offene, leicht hügelige Fläche und in der Nähe des Sees haben wir zwei kleine, graue Schlangen entdeckt. Ein Stück wanderten wir entlang am Seeufer des „Yellowstone Lake“ und dann ging es wieder in den Wald. Es war ein Urwald. Bäume lagen kreuz und quer. Daher konnten wir auch nicht so weit gucken. Mit forschenden Rundumblicken und betont lauter Unterhaltung sind wir durch den Wald gelaufen, damit uns bloß alle Bären im Umkreis hören und sich davon machen können.
Wir sind nach 1 Std. ohne Bären-Kontakt wieder am Auto angekommen.

Danach sind wir mit dem Auto noch ein Stück weiter in Richtung “East Entrance“ gefahren.
Auf einmal standen auf der anderen Fahrbahnseite eine Menge Autos, u.a. auch das eines Rangers. Das ist ein sicheres Zeichen, dass es dort ein Tier zu sehen gibt.
Wir haben angehalten und Fernglas und Fotoapparat zur Hand genommen. Auf dem ca. 200 m entfernten Hang war ein Grizzly zu sehen, der langsam den Hügel hoch lief. Selbst aus dieser Entfernung konnte man gut erkennen, dass dies ein sehr großes Tier war. Nach ein paar Minuten war er hinter Bäumen verschwunden und wir sind zurück gefahren. Wir wollten jetzt so langsam in Richtung „Old Faithful“, unserem heutigen Tagesziel fahren.

Bei der Fahrt dorthin überquerten wir 2-mal die „Continental Devide“. Dies ist die kontinentale Wasserscheide, die hier in Schlangenlinien über die Bergrücken verläuft. Östlich dieser Linie läuft das Wasser in Richtung Atlantik/Golf von Mexiko ab. Westlich davon fließen die Flüsse zum Pazifik. Bei der 2. Überquerung gab es genau auf der Wasserscheide einen kleinen See mit einem Abfluss zum Atlantik und mit einem zweiten Abfluss nach Westen, in den den Pazifik.

Am „Old Faithful“ stellten wir dann fest, dass dies ein großer Touristen-Hotspot ist. Die Anfahrt war großräumig angelegt, die Parkplätze waren voll und es waren überall Menschen unterwegs.
Zuerst waren wir beim falschen Hotel und mussten noch einmal mit dem Auto zum richtigen Hotel fahren. Das Zimmer war noch nicht fertig, so dass wir zuerst zum Geysir gegangen sind und ca. 45 min auf den nächsten Ausbruch gewartet haben. Es war ein toller Anblick, die Wasserfontäne in den blauen Himmel schießen zu sehen. Der ordentliche Wind sorgte noch für einen schönen Wasserschleier.
Das ganze dauerte ein paar Minuten. Dann war „Old Faithful“ wieder nur noch ein qualmendes Loch.
Bei einem Besuch im „Visitor Center“ haben wir einen Film über den Yellowstone Park gesehen und uns die Ausstellung angeguckt.
Da wir noch Zeit hatten, haben wir uns die anderen Geysire im Umfeld von „Old Faithful“ angesehen. Es waren kleinere Geysire mit Ausbruch-Frequenzen von 5 Std. bis mehreren Tagen.
Bei „Old Faithful“ ist das Schöne, dass er relativ regelmäßig alle 90 min ausbricht und dabei Wasser 30-55 m in die Höhe spuckt.

Dann sind wir zum Hotel, um den Schlüssel abzuholen und haben das Zimmer bezogen.

Nach dem Essen im Grill-Bereich vom „General Store“, sind wir noch einmal zum „Visitor Center“ gegangen. Um 19 Uhr gab es einen Vortrag über Bären und danach haben wir uns noch einmal den 20 Uhr-Ausbruch von „Old Faithful“ (diesmal mit deutlich weniger Zuschauern) angeschaut.

Redakteur

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26. Juni 2018, 05:51

Mo., 25.6.: Zusatz

Wir hatten gestern kein Internet-Zugang und heute nur eine sehr langsame Verbindung. Wir werden auch vermutlich bis Do.-Abend in Bozeman kein vernünftiges Netz haben, so dass wir die Bilder und die Berichte der nächsten Tage erst dann einstellen können.
Also bis Donnerstag


26. Juni 2018, 05:39

Mo. 25.06. - 57. Tag: Blubbernde Matsche

Canon Village, Yellowstone – Grant Village, Yellowstone

Heute morgen um 6.30 Uhr aus dem Fenster geschaut: Nebel. Dieser löste sich aber in einer guten halben Stunde komplett auf und wir sind nach einen kleinen Frühstück auf unserem Zimmer um 8.00 Uhr in Richtung der “Lower und Upper Falls“ gefahren. Das sind Wasserfälle, die nicht weit entfernt von unserer Lodge lagen. Da es noch so früh war, waren dort auch noch nicht wirklich viele Leute und wir haben die Ruhe genossen.
Die höher gelegenen Wasserfälle konnte man nur aus der Ferne betrachten, aber wir sind einen Trailweg zu den unteren Wasserfällen gegangen und standen direkt dort, wo sich das Wasser seinen Weg in die Tiefe sucht. Das ist wirklich sehr schön und auch durchaus eindrucksvoll. Nachdem wir dieses Spektakel eine Weile beobachtet hatten, sind wir wieder hoch gekraxelt, was in der Höhenluft etwas anstrengender ist als normalerweise. Wir sind noch einen Weg entlang des Yellowstone Canyons gelaufen, durch den der Yellowstone River sich seinen Weg sucht. Von Zeit zu Zeit kamen Aussichtspunkte, von denen man einen tollen Blick in den Canyon hatte.
An einem solchen Punkt haben wir auch Micheal und Joy mit ihren Kindern aus San Diego getroffen, mit denen wir ins Gespräch kamen. Sie konnten nicht glauben, dass wir in New York gestartet sind und haben direkt ein Foto von uns gemacht, weil Michael auch sehr gerne Rad fährt und von einer solchen Tour träumt.
Eine amerikanische Touristin, die das Gespräch zufällig mit anhörte sagte „ich kann das nicht glauben, aber wenn die beiden aus Deutschland sind, dann glaube ich das schon“.

Wir wollten noch zu einem weiteren Aussichtspunkt, da dieser allerdings gesperrt war, sind wir zurück zum Auto gegangen. Übrigens waren es nicht viele, die die Aussichtspunkte zu Fuß besucht haben. Die meisten sind mit dem Auto gefahren, auch wenn die Punkte nur 300 m auseinander lagen.

Danach haben wir uns auf den Weg ins „Hayden Valley“ gemacht. Dort haben wir eine Riesen-Bisonherde in der Ferne ausgemacht, die größte, die wir bisher gesehen haben mit einigen Hundert Tieren.
Leider konnten wir dort keine anderen Tiere großen Tier mehr sehen, dafür aber Schwäne, Enten und Gänse am Flussufer und dazu bezaubernde Flusslandschaften.

Nach einigen Kilometern haben wir „Sulphur Caldron“ und „Mud Volcano“ erreicht. Das sind kleine Gewässer in denen es brodelt, Bläschen und Rauch aufsteigt. Es riecht auch nicht gesund, leicht nach Schwefel. Aber faszinierend ist das auf jeden Fall. Macht es einem doch bewusst, dass die Erde unter einem nicht tot ist, sondern schon seit Jahrmillionen vor sich hin brodelt. Wieder der Hinweis nicht in unbefugtes Gebiet zu treten. Das Wasser was zu sehen ist, ist nicht nur Wasser, sondern weist soviel Säure auf, wie auch in einer Batterie ist.
Mud Volcano hat einige Löcher zu bieten, in denen wirklich Matsch an die Erdoberfläche befördert wird. Das sieht schon super aus, als hätte einer einen Topf mit Lehm auf den heißen Herd gestellt und dieser kocht jetzt über.

Danach sind wir um den großen Yellowstone Lake gefahren. Am Rand des Sees standen Pinien, aber an einigen Stellen, waren es nur noch graue Stämme, weil hier öfter Feuer wüten. Dies ist für den Park jedoch nicht schlimm, im Gegenteil, das ist ein durchaus nützlicher Prozess zur Renaturierung. Der Blick auf diesen riesengroßen, in 2.300 m Höhe liegenden See ist fantastisch, sieht man doch im Hintergrund wieder schneebedeckte Berggipfel.

Die letzte Station des Tage war das „West Tumb Geysir Basin“. Bunte, kleine, brodelnde und auch durchaus tiefe Wasserlöcher. Wäre der Bus Japaner nicht auch vor Ort gewesen, hätten wir noch mehr sehen können. Aber es hat uns auch so gefallen. Dieses Basin liegt direkt am See und wieder ist es unwahrscheinlich schön, was die Natur so zum Vorschein bringt.
Am Nachmittag waren wir am Ziel in Grant Village und haben uns erst einmal ein bisschen ausgeruht. Wir beide merken die langen Fahrradstrecken immer noch und sind froh, dass wir hier körperlich ein bisschen mehr entspannen können.

Redakteur

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26. Juni 2018, 05:37

So. 24.06. - 56. Tag: Ein Auto muss her für Yellowstone

Cody, WY nach Canyon Village im Yellowstone NP, WY

Wir wollten pünktlich um 8 Uhr bei der Autovermietung das Auto abholen. Daher sind wir wieder früh aufgestanden, haben schnell gefrühstückt und uns von Amy verabschiedet. Amy hatte für uns noch schnell das Motel in Drummond (vor Missoula) reserviert, das wir es nicht per Internet erreichen konnten. So war das auch geklärt.
Das Wetter hat es nach dem Regen gestern wieder gut mit uns gemeint. Trocken und ca. 18-20°C.
Dann sind wir die 4 km zu dem kleinen Flughafen von Cody gefahren und haben das Auto abgeholt. Die Räder passten auch nach Umlegen der Rücksitze in den Laderaum.
Wir fuhren noch einmal durch Cody, dann über den Chief Joseph Highway durch atemberaubende Gebirgslandschaften, über den „Dead Indian Pass“ (hier war es kalt, nur ca. 10°C, aber auch ca. 2.800 m hoch) zum Beartooth Highway.
Kurz vor dem North-East-Entrance des Yellowstone Parks haben wir noch die kleine Stadt Cooke City passiert.
Kurz hinter der Stadt und noch vor dem Nationalpark, kam uns auf einmal mitten auf der Straße ein Bison entgegen und wechselte in aller Ruhe vor unserem Auto von der linken auf die rechte Seite der Straße, um dort das leckere Gras zu fressen. Es war unglaublich, dieses riesige Tier so nah und entspannt an unserem Auto vorbei laufen zu sehen. Da kriegt man fast Gänsehaut. Nach diesem tollen Erlebnis sind wir in den Park gefahren.
Wir waren schon auf dem Weg in den Park ganz froh, auf das Auto umgestiegen zu sein. Die Strecke war lang und teilweise recht steil, außerdem gab es keine Seitenstreifen auf denen man hätte fahren können. Aus dem Auto heraus ließ uns das Ganze kalt und wir gratulierten uns zu dieser weisen Entscheidung.
Ein paar Kilometer nach der Einfahrt in den Park blockierte wieder ein Bison die ganze Straße. Er ließ sich ein paar Minuten Zeit die Straße zu überqueren, während alle Autos sofort anhielten (mussten) und sich ein kleiner Stau in beide Richtungen bildete. Aber das scheint im Park normal zu sein. Wenn dort ein Tier zu sehen ist, wird sofort angehalten und die Autos kommen auf der engen Straße nicht mehr vor oder zurück.

Nach ca. 15-20 km kamen wir in das „Lamar Valley“, ein breites, wunderschönes mit Gras bewachsenes Tal, das von hohen Bergkämmen eingeschlossen ist. Dort sahen wir in der Ferne zunächst nur ein paar kleine schwarze Punkte. Je näher wir kamen, desto klarer konnten wir die Punkte als Bisonherde erkennen.
Es waren etwas 150 bis 200 Tiere, die dort in aller Ruhe grasten.

Wir haben häufig angehalten, da es dauernd tolle Dinge zu sehen gab. Im Vorbeifahren haben wir einen Kojoten auf einem Hügel entdeckt und eine Bisonherde mit vielen Kälbern, die relativ nah an der Straße vorbeizog.

Der Weg führte uns nach „Mammoth Hot Springs“, dort sind Felsformationen in weiß, grau und braun zu sehen, die sich im Laufe der Zeit gebildet haben. Unfassbar, was die Natur zum Vorschein bringt. Man darf dort nur über Stege gehen, weil der Untergrund nicht stabil ist und die Gefahr groß ist, dass man einbricht und in heißes Wasser fällt.

Es wurde immer später und wir machten uns auf den Weg in unsere Unterkunft mitten im Park. Auf dem Weg dorthin wieder ein Stau. Da dies ein großer Stau war, ist Petra ausgestiegen, bewaffnet mit Fotoapparat. Man konnte in ein Tal gucken und dort war eine Schwarzbärin mit ihren zwei Jungen. Toll. Ein Tag im Park und schon so viel entdeckt. Aber ein Ranger sorgte dafür, dass die Leute weiterfuhren und so sind auch wir wieder in Richtung Lodge über den „Dunravan Pass“, auf dem noch Schnee lag, gefahren. Am späten Nachmittag kamen wir in der Lodge an und waren recht erschöpft, aber auch sehr zufrieden.
Duschen, einkaufen und essen, dann Bericht schreiben und die vielen Bilder abspeichern.

Redakteur

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24. Juni 2018, 05:27

Sa. 23.06. - 55. Tag: Fahrrad-Korso in Cody

Wir haben gut geschlafen und sind nur mit einem kleinen Snack (halber Muffin) zum Buffalo Bill Center of the West gefahren. Dort kann man verschiedene toll gestaltete Museen-Abschnitte besuchen.
Es geht in dem Museum zum Einen um Buffalo Bill, aber auch um die Tierwelt im Yellowstone, die Indianer in Nordamerika und historische Waffen. Dieses Museum ist wunderschön aufbereitet und es war eine echte Bereicherung dort gewesen zu sein.

Dann Fussball gucken. Deutschland gegen Schweden; war das ein Drama, als Toni Kroos in der letzten Minute das 2:1 schoss. Amy hat uns das Spiel sogar aufgenommen, da wir am Vortag Probleme mit dem Sender hatten.

Um unserer Freude über den deutschen Sieg Ausdruck zu verleihen, haben wir einen kleinen Fahrrad-Korso durch Cody gestartet und geklingelt, was das Zeug hält. Da hier alle Leute im Auto sitzen, hat das leider keiner gehört und es hätte vermutlich auch keiner unsere Freude verstanden.
Danach hatten wir endlich Zeit uns etwas zu essen zu besorgen, aber man muss halt Prioritäten setzen.

Am frühen Abend sind wir noch einmal in die kleine Stadt zum Essen (und Trinken) in eine „Brewery“ gegangen. Weil Norbert sich nicht entscheiden konnte, hat er einen „Flight Paddle“ bestellt. Das waren 6 verschiedene Biere auf einem Holzbrett in kleinen Gläsern zum Probieren. Nach der Probe wurde dann ein volles Glas von dem am Besten schmeckenden serviert.
Die Rückfahrt war dementsprechend langsam und anstrengend.

An der Wohnung haben wir uns noch länger mit Amy unterhalten und sie hat uns noch ein paar Tipps für den morgigen Tag und unseren Besuch im Yellowstone Park gegeben.

Morgen früh werden wir den Leihwagen am Flughafen hier in Cody abholen und dann in den Park über den Beartooth Highway und das Lamar Valley in den Park einfahren. Wir freuen uns schon riesig.

PS: Es hat heute mehrfach über den Tag geregnet, aber wir sind wieder mal nicht nass geworden. Laut Amy ist das Wetter dieses Jahr im Juni sehr untypisch nass.

Redakteur

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24. Juni 2018, 00:28

Fr. 22.06. - 54. Tag: Durch das Bighorn Basin

Greybull, WY nach Cody, WY: 92 km

Nachdem wir am Mittwoch von Ten Sleep aus in nördlicher Richtung parallel zu den Bighorn Mountains gefahren sind, haben wir heute das Bighorn Basin durchquert. Dies ist eine sehr trockene, nach Westen ansteigende Prärie-Landschaft. Sie endet im Westen, bei unserem Tagesziel Cody. Dahinter erheben sich die schneebedeckten Gipfel der Absaroka Range, einer Bergkette, hinter der der Yellowstone Nationalpark liegt.
Die Prärie, die wir sehr lange durchquert (Stunden) haben, ist nicht nur eine reine Graslandschaft. Bei genauem Hinsehen entdeckt man sehr viele verschiedene Wildblumen und blühende Kakteen, die sich in das Gras einfügen. An manchen Stellen, waren z.B. blaue Wildblumen so zahlreich, dass kleine blaue Flecken in der Prärie entstanden sind. Auch ist es dort nie ganz ruhig. Man hört Vögel und Grillen und heute haben wir ein Rasseln vernommen, was uns natürlich zum Anhalten bewegt hat. Wir haben tatsächlich, zu unsere Freude, eine Klapperschlange nicht weit vom Seitenstreifen entdeckt! Unser Sicherheitsabstand betrug ca. 2m - man kann ja nie wissen….
Die Prärie ist so weit und groß, dass wir uns jetzt auch gut vorstellen können, wie noch bis ca. zur Mitte des 19. Jahrhunderts Millionen von Büffeln diese wunderschöne Gegend bevölkerten.

Durch den langsamen, stetigen Anstieg war unsere Reise-Geschwindigkeit nicht so hoch. So brauchten wir für die Strecke 6,5 Std. Wir kamen gegen 15:15 Uhr in Cody an, haben etwas gegessen und mussten noch mit Amy - unserer Airbnb-Vermieterin - eine Zeit zur Schlüsselübergabe ausmachen. So waren wir dann um 16:15 Uhr in der Unterkunft. Schnell haben wir geduscht, denn um 18:00 Uhr startete am historischen Irma-Hotel die tägliche Vorführung eines legendären „Gunfights“ u.a. mit Sundance Kid und Wild Bill Hickhok. Das haben wir uns angeschaut und es war auch unterhaltsam. Alle Rollen sind mit freiwilligen Laiendarstellern besetzt, die in den altertümlich Kostümen sehr realistisch aussehen. Anschließend sind wir zügig wieder zu unserer Unterkunft gefahren, da wir auch noch das Codc Nite Rodeo um 19:30 Uhr ansehen wollten. Da es etwas außerhalb stattfand, hat Amy uns netterweise angeboten uns dorthin zu fahren und auch nachher wieder abzuholen.

Das Rodeo dauerte ca. 2,5 Stunden und war sehr beeindruckend. Es wurden verschiedene Disziplinen gezeigt: Pferde-Rodeo, Kälber einfangen (Einzel und Team), Dreiecks-Rennen und zum Abschluss das spektakuläre „Bull Riding“.
Hier sind allerdings die Reiter bereits nach 1-2 Sekunden in hohem Bogen vom Rücken der unglaublich kräftigen Bullen heruntergefallen. Amy erzählte uns naher, dass einige Bullen aus Cody sehr hoch bewertet sind und sogar bei den US-Meisterschaften teilnehmen.
Interessant war der Abend auch deshalb, weil wir ein bisschen von den Vorbereitungen gesehen haben, da wir direkt hinter den Boxen saßen, von wo aus die Rodeo-Reiter gestartet sind.
Das war echt ein toller Abend mit einer super Show.

Morgen haben wir einen Tag Aufenthalt in Cody und wollen uns verschiedene Sachen anschauen.

Redakteur

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22. Juni 2018, 01:36

Do. 21.06. - 53. Tag: Ruhetag in Greybull

Den heutigen Tag haben wir damit verbracht, erst einmal unsere Sachen komplett wieder einzupacken, weil wir das Zimmer wechseln mussten. Das lag an zwei einzelnen Zimmerbuchungen.
Nach unserem kleinen Frühstück im Motel haben wir die Stadt im Mini-Format mit dem Fahrrad erkundet. Da kamen allerdings nicht viele Kilometer zusammen. ;)
Nachdem wir noch ein paar Sachen für morgen unterwegs besorgt haben, sind wir wieder in unser wirklich sehr schönes Motel gefahren. Und da kam doch tatsächlich Fußball im Fernsehen: Argentinien-Kroatien; sehr spannend.
Danach haben wir die Reste unseres Abendessens verspeist und uns an die Planung für ein paar Streckenabschnitte gemacht, die wir noch nicht hatten. Das war zwar nicht sehr eilig, aber wir wollten diesen Tag dafür nutzen, um nicht die Zeit im Yellowstone Nationalpark vor dem Laptop zu sitzen.
Ein paar der Tage nach dem Nationalpark werden heftig werden (Länge und Höhe), aber es gibt keine anderen Optionen.

Amy (unsere Airbnb-Unterkunft in Cody) hatte uns per Mail ein paar Informationen geschickt, die wir uns auch noch angesehen haben. So schnell ist dann auch schon ein Nachmittag herum. Wir hatten aber Glück und konnten an einem Tisch draußen sitzen und das alles erledigen.

Gerade haben wir von unseren Zimmernachbarn gehört, dass der North Entrance vom Yellowstone, den wir nehmen wollten, aufgrund von schlechtem Wetter am Sonntag gesperrt war. Allerdings soll sich das Wetter bessern. Wir sind gespannt, wie und wo wir in den Park kommen. Davor sind wir aber erst einmal in Cody!


21. Juni 2018, 04:26

Mi. 20.06. - 52. Tag: Unterhaltsames Wyoming

Ten Sleep – Greybull: 87 km

Nach einem „tollen“ Kaffee-Sandwich-Frühstück von der Tanke haben wir uns heute um kurz nach 8.00 Uhr auf den Weg gemacht.
Das Wetter war wieder super, zwar etwas wolkig, im Laufe des Tages blauer Himmel mit weißen Wölkchen und angenehme Fahrrad-Temperaturen (zwischen 14° Grad heute Morgen und 24°C heute Nachmittag).
Wir haben uns nach den Bergen auf eine flache Strecke gefreut. Aber gleich am Anfang feststellen müssen, dass flach nicht unbedingt flach ist. Wir sind eine ruhige Seitenstraße gefahren und haben die rot-gelben Felsen und grünen Wiesen davor genossen, dabei mussten wir auch wieder ein paar kleine Hügel hoch.
Manchmal sieht es aus, als hätte jemand extra für uns ein paar der liebenswerten Pronghorns auf die Wiese gestellt. Unterhaltsam wird die Fahrt dadurch auf jeden Fall. Schon ein paar Kilometer weiter sah die Landschaft allerdings schon wieder ganz anders aus. Die grünen Wiesen wurden eher zu Prärie und das kurze Gras sah aus, als hätten wir schon August und als hätte es den ganzen Sommer nicht geregnet.
In der Nähe der Flüsse, die hier das Land durchziehen ist es dagegen immer grün und manchmal liegen zwischen diesen 2 Welten nur ein paar hundert Meter.
Gerade morgens genießen wir die Gegend, weil wir die Vögel und Grillen im Gras hören.
Auf der Strecke kam irgendwann ein Schild mit dem Hinweis, dass man langsam fahren soll, weil Kühe auf der Straße stehen können. Das wäre doch auch für uns mal eine schöne Abwechselung. Es war aber keine Einzige auf der Straße zu sehen.
Nach etwa 30 Kilometern Fahrt stand ein Pronghorn direkt am Fahrbahnrand. Weil es gerade bergab ging hatte Petra fast 40 km/h auf dem Tacho und das Pronghorn wollte sich unbedingt ein Wettrennen mit ihr liefern. Es rannte los, beide auf gleicher Höhe; dass Pronghorn sah seine Felle schwimmen und griff zu unfairen Methoden. Es änderte die Richtung, schnitt Petra und zwang seinen Gegner die Fahrt zu verlangsamen. Schnell lief es über die Straße und freute sich wahrscheinlich über seinen erschummelten Sieg.
Nach etwas über 50 Kilometern haben wir uns nach dem spärlichen Tankstellen-Frühstück auf ein kleines Mittagessen gefreut, da kam eine Bar im 100 Einwohner-Dorf Mandersen gerade recht. Übrigens hat uns der Sheriff am Ortseingang aus seinen Auto heraus zugewunken. Nach unserer Mahlzeit unterhielten wir uns mit zwei Einheimischen, die uns eine halbe Stunde lang Tipps zu Idaho gaben und dass wir dort wunderbar eine Flussfahrt durch die Wildnis machen könnten. Allerdings bräuchte man eine „Rifle“ - zur Sicherheit. Die wäre hier aber sehr leicht zu kriegen, ist eben Cowboyland.
Nachdem wir uns loseisen konnten und unsere Fahrt weiter ging, konnten wir auch auf diesem Streckenabschnitt Veränderungen bemerken. Das Land um uns herum wurde zu Farmland und wir sahen viel mehr Pferde, als auf unserer bisherigen Strecke. In der Ferne konnten wir den ganzen Tag die Big Horn Mountains mit ihren noch leicht schneebedeckten Bergspitzen sehen.
Dann kam eine Brücke und siehe da, mitten auf der Brücke eine Kuh mit Kalb, die in völliger Panik über die Brücke rannten, als sie uns sahen. Das ist doch mal Unterhaltung.
Wir hatten einen schönen Tag und waren um 15.30 Uhr am Ziel in Greybull. Hier werden wir auch morgen noch ein bisschen die Füße hochlegen, bevor wir dann weiter nach Cody ziehen.

Redakteur

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20. Juni 2018, 04:36

Di. 19.06. - 51. Tag: Auf dem Dach der Tour

South Fork Lodge nach Ten Sleeps: 79 km

Die Nacht war furchtbar. Das Bett in der Bobcat-Hütte war zu klein und es wankte hin und her, wenn sich einer von uns umdrehte. So waren wir beide froh, als es endlich hell war.
Wir haben unsere Sachen gepackt und sind dann um 8:15 Uhr zum Frühstück in die Lodge-Hütte gegangen. Dort haben wir dann Rührei mit Gemüse und „Hash Browns“ (geraspelte Kartoffeln, angebraten) gegessen.

So gegen 9 Uhr sind wir losgefahren. Uns standen noch ca. 30 km bis zum Powder River Pass und dann ca 45 km Abfahrt bis nach Ten Sleep bevor.
In Zahlen: von der Lodge, von ca. 2.400 m auf die Passhöhe von 2.900 m (höchster Punkt der Reise) und dann runter bis Ten Sleep auf ca. 1.400 m.
Dies bedeutete in gefahrenen Höhenmetern: 1.200 Höhenmeter rauf und 2.200 m Höhenmeter runter (!!!!!).

Wir haben uns Zeit gelassen. Dort wo es uns zu steil erschien, haben wir geschoben, um nicht schon alle Körner zu verschießen (Fachausdruck aus dem Segment der Ausdauersportler). So sind wir dann um 12:45 Uhr auf dem Pass angekommen.
Es war wirklich so, wie man sich einen Pass vorstellt. Nur noch winterharter flacher, aber blühender Bewuchs, Schneefelder, Felsen, kalt, windig und eine weite Aussicht. Nach all der Anstrengung mit dem Aufstieg in den letzten 2 Tagen war es sehr berührend für uns den Pass bezwungen zu haben.
Wir haben dort noch eine kleine Pause gemacht und unsere Sandwiches gegessen.

Dann ging die 45 km Abfahrt los. Sie war am Anfang noch mit ein paar kleinen Anstiegen gespickt. Doch dann konnte man die letzten 20-25 km wirklich mit einem Tempo von 25-40 km/h nur noch Rollen lassen (zweite Jacke war nötig: leichter Gegenwind, Fahrtwind und oben war es echt kalt).

30 km nach dem Pass begann die Einfahrt in den Ten Sleep Canyon.
Ten Sleep Canyon? Nie gehört!
Gebt das mal bei google ein und schaut euch die Bilder an. Es war sensationell !!!!!!!!!
Unsere Bilder haben unter dem Licht des bedeckten Himmels gelitten. Aber es war gigantisch zwischen den Felswänden durchzufahren und dabei einfach rollen zu lassen. Das war wirklich „scenic“ , wie die Amerikaner sagen!

Am Ende des Canyons kam Ten Sleep, unser Ziel für heute.
Wir haben das Motel sofort gefunden. In einem kurzen Telefonat von der Tanke gegenüber hat uns die Vermieterin den Code für die Eingangstür durchgegeben und wir waren im Raum und konnten endlich etwas abhängen. Dann ging es zum Essen in eine Bar/Restaurant.

PS: Übrigens der Ort hat so einen komischen Namen, weil er auf der Mitte der Strecke zwischen 2 großen Indianer-Lagern lag. Und da die Indianer Entfernungen in Tagesreisen gemessen haben, war dieser Ort „10 mal Schlafen“ entfernt.

PS: Hier in Wyoming lebt ein ziemlich vernünftiger Menschenschlag. Es käme hier keiner auf die Idee diesen Pass mit dem Fahrrad zu überqueren. Wozu gibt es Autos? Für unsere verrückte Idee wurden wir 2 mal fotografiert.
1. Foto: Wir hielten an einem Parkplatz mit einer tollen Aussicht auf einen Gebirgs-See an. Die Gruppe Leute, die gerade in den Bus einsteigen wollten, empfingen uns mit Applaus. Dann kam der Busfahrer, gab uns 2 Flaschen Wasser und machte ein Foto von uns, weil ihm das seine Frau sonst nicht glauben würde.
2. Foto: Auf der Abfahrt im Ten Sleep Canyon hielt uns ein Mann (der auch in seiner Freizeit Rad fährt) auf einem Parkplatz an, erkundigte sich nach woher und wohin und machte als Beweis ein Foto von uns.

@Peter: Die Antwort von Petra war: „Yes, but I let´s see, if I still like him in Seattle.“

Redakteur

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20. Juni 2018, 03:39

Mo. 18.06. - 50. Tag: Aufstieg in die Big Horn Mountains

Buffalo-South Fork Lodge: 28 km (hört sich pillepalle an, war aber der Hammer)

Sorry, dass der Bericht einen Tag später kommt. Aber in der Hütte gab es keinen Handy-Empfang und kein WLAN.

Als wir aufgestanden sind, regnete es. Wir haben zunächst überlegt später loszufahren und auf nachlassenden Regen zu hoffen. Aber ein Blick in die Wetter-App sagte, dass nachmittags sogar Gewitter möglich sind. Also sind wir sofort nach dem (kargen) Frühstück um 8 Uhr losgefahren.
Die Berge waren Wolken-verhangen und es nieselte ca. 1,5 Std. leicht.
Und es ging auch gleich zur Sache. Etwa 2,5 km hinter Buffalo fing der Anstieg an und endete an unserem Tagesziel (nein, nicht ganz, es waren 2 kleine Abfahrten dabei ;) ).
Getreu dem Motto „wer sein Rad liebt, der schiebt“ mussten wir auch einige steile Passagen schieben. Erschwerend kamen noch die merklich dünnere Luft und zeitweilig heftiger Gegenwind dazu.
Unterwegs kam uns der Gedanke, wer so eine Tour macht, der muss wohl komplett verrückt sein und was wohl die Leute in den vorbeifahrenden Autos von uns denken.

Das Wetter klarte im Laufe der Fahrt etwas auf und es war nicht mehr ganz so grau.
Die Landschaft ist wunderschön. Grasbewachsene Hügel mit Wildblumen wechselten mit Kiefernwälder ab. In der Ferne sah man schneebedeckte Berge.
Buffalo liegt auf 1.400 m Höhe und unsere Lodge immerhin auf 2.400 m. Wir sind zwar langsam, aber immerhin an unser Ziel gelangt. Da wir nach der Fahrt ziemlich durchgefroren waren (stark geschwitzt unter den Regenklamotten und dann der starke Wind) haben wir uns als wir angekommen sind, erst einmal einen großen Kaffee bestellt. Leider mussten wir über eine Stunde warten, bis wir in unsere „Cabin“ einziehen konnten. Die Hütte in der wir heute wohnen ist klein, gemütlich, urig, aus Holz und beinhaltet einen Gasofen, ein kleines Bett, ein Waschbecken und eine Toilette. Das „Showerhouse“ ist ein paar Meter den Hang hoch.
Nachdem wir beide richtig heiß geduscht hatten, haben wir die Umgebung erkundet. Hier wechseln sich sehr schnell Regen, trockene Abschnitte, Wind und momentan wolkenlose Wetterverhältnisse (wie im Moment – 19.00 Uhr) ab.
Wir hatten Glück und unser Spaziergang über einen „Trail“ war wirklich schön (und trocken). Wir haben erstens viel von der Landschaft gesehen und auch ein Rehkitz direkt am Wegesrand entdeckt.
Außerdem konnten wir Eichhörnchen und Streifenhörnchen beobachten.

Jetzt sitzen wir im Lodge-Restaurant, schreiben diesen Bericht (,den wir leider erst morgen online stellen können, da wir hier kein WLAN haben), lassen den Tag Revue passieren und denken über den morgigen Tag nach.
Wettermäßig sieht es nicht so gut aus, Regen für morgen den ganzen Tag. Aber mal sehen, ob es wirklich so kommt. Der erste Teil der Strecke (30 Kilometer) gehen bergauf, bis wir die Passhöhe von 2.900 m erreichen. Dann kommt eine 45 Kilometer lange Abfahrt, die nach Aussage eines Gastes und des Kochs hier sensationell schön („scenic“) sein soll. Schon allein deshalb hoffen wir auf ein kleines bisschen Sonnenschein.

Redakteur

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