Ride Wild West
Unsere Fahrrad-Reise von New York nach Seattle

 


18. Juni 2018, 04:10

So. 17.06. - 49. Tag: Verdiente Ruhepause

Der Tag Pause war notwendig. Die Batterien waren nach der gestrigen Etappe doch ziemlich leer.
Wir waren Frühstücken, haben das WM-Spiel gegen Mexico geguckt und sind nach Buffalo Downtown gegangen und haben uns Einiges angeschaut. Ansonsten ist nicht viel passiert, so dass wir ein paar andere Themen außer Radeln, Landschaft und Wetter ansprechen können.

Wir haben z.B. täglich eine Denksportaufgabe zu lösen. Nein, kein Sudoku o.ä., sondern uns beschäftigt die harmlos klingende Frage: Wie funktioniert die Dusche?

Die amerikanische Sanitär-Industrie hat eine mannigfaltige Vielfalt von Dusch-Armaturen hervorgebracht, die je nach Nutzungsdauer und Lebensalter in der Präzision der Bedienelemente variieren. Manche Hebel sind doch sehr wackelig.
Auf gut Deutsch: Man weiß nie, wie die Dusche angeht und wie man an warmes Wasser kommt.
Daraufhin haben wir Verhaltensweisen, nach dem Betreten des Hotelzimmers entwickelt, die darauf abzielen, dass der jeweils andere als Erster unter die Dusche geht, um dann die jeweiligen Erfahrungen beim eigenen Duschgang zu verwenden. Dies führt manchmal dazu, dass der Erstduscher, die guten Armatur-Einstellungen verändert, weil der Zweitduscher seine eigenen Erfahrungen machen soll. Lustig ist dies in jedem Fall.

Morgen nehmen wir die Anfahrt auf den Powder River Pass (2.900 m) in Angriff. Unsere Tagesziel ist eine Berghütte (South Fork Lodge) in 2.350 m Höhe. Das Wetter soll feucht und kühl werden. Hoffentlich sehen wir Elche und auch (hoffentlich von weitem) Bären. Wir sind sehr gespannt. Wenn wir dort WLAN haben, werden wir einen Bericht einstellen.

Redakteur

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17. Juni 2018, 01:11

Sa. 16.06. - 48. Tag: Ein Tag zum Vergessen

Gillette – Buffalo: 111 Kilometer

Gestern Abend hat es noch einmal ordentlich gehagelt und wir haben dies zum Anlass genommen, die Strecke auf Google Maps noch einmal genau unter die Lupe zu nehmen. Wir haben uns aufgeschrieben, wo es eine Möglichkeit gibt sich unter zu stellen: Genau einmal, in einer Rest Area. Deshalb haben wir uns sicherheitshalber auch aufgeschrieben, bei welcher Kilometerzahl Brücken sind, unter die man sich bei Bedarf stellen kann.
Dies wäre im Nachhinein gesehen nicht nötig gewesen, ein Gewitter gab es nicht. Wir mussten uns aber auch nicht mit Sonnencreme eincremen. ;)

Den heutigen Tag, Start 6.00 Uhr, kann man so beschreiben:

Wolkenverhangen, grau, kalt (10°C), nieselig (3 Stunden am Stück Regen), langatmig, mühsam, verschwitzt, unangenehm, beinahe windstill, tierarm, zügig, verkehrsarm, (trotz Interstate),
Dann eine, die erste, Pause nach ca. 3 Stunden Fahrtzeit und knappen 60 Kilometern. Nach der halben Stunde in der sehr „gemütlichen“ Rest Area (wir aßen unser Brot im Durchgang zu den Toiletten, da war es wenigstens warm) ging es weiter und das kann man so beschreiben:

Kein Regen mehr, sehr steil, anstrengend, windig (von fast kein Wind auf Gegenwind), sehr mühsam, schmerzhaft (Petra: schwere Beine, Knie und Nacken, Norbert: schwere Beine und Magen), langsam, noch anstrengender, belebtere Tierwelt, wolkenverhangen, immer noch verkehrsarm, nur eine kleine Baustelle, totale Erschöpfung.

Unterwegs tolle Landschaften, leider im Grau versunken. Seit 2 Stunden sind wir im Motel (Ankunft 14.30 Uhr nach 7:06 Stunden reiner Fahrtzeit) und es hat sich jetzt gerade merklich aufgeklart. Schade.

Morgen haben wir wieder einen Tag zum Ausruhen. Gott sei Dank.

Redakteur

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15. Juni 2018, 23:44

Fr. 15.06. - 47. Tag: „Drive-Up-Window“

Moorcroft nach Gillette: 49 Kilometer
Wir hatten einen sehr unspektakulären Tag. Das Zusammenpacken unserer Sachen geht mittlerweile recht schnell und da wir heute morgen zum Frühstück nur eine Banane hatten, waren schon um 7.00 Uhr auf der Straße. Es war heute morgen recht frisch mit ca. 14°C und eine Jacke war auch wegen des leichten Windes nötig.
Wir sind kurz hinter Moorcroft auf den Highway 51 gebogen, der uns bis nach Gillette führen sollte. Vorbei an einer Lama-Farm, war die Straße zunächst eingerahmt von der Bahnlinie und der Interstate. Das war nicht so schön, aber nur ein kurzes Stück.
2 Züge haben uns überholt und die Länge ist echt, wie so manches hier, gigantisch. Norbert hat 130 Waggons gezählt. Gezogen wurde der Zug von 3 Lokomotiven.
Landschaftlich nicht viel Neues: Prärie, ab und zu ein kleiner Hügel, aber trotzdem nie langweilig.

Es gibt immer etwas zu sehen und wenn es verlassene und halb verfallene Häuser am Straßenrand waren.Auf den Feldern sind auch kleine Pumpen, wir vermuten, dass da Öl zu Tage gefördert wird.
Manchmal, so wie heute, kommen wir auch an Schießständen vorbei. Schießen scheint hier ein sehr populäres Hobby zu sein.

Unterhaltsam war auch die Tatsache, dass es in einem Ort mit 25 Einwohnern (stand auf dem Schild am Ortseingang) eine Liquer-Store - das ist ein Geschäft für Alkohol und Spirituosen – gibt, mit einem “Drive-Up-Window“. D.h. die Bestellung der Alkoholika funktioniert wie bei McDonalds, direkt vom Autositz aus, ohne Aussteigen!
Nach ca. 2 S tunden Fahrt haben wir auch wieder viele Pronghorns (diesmal mit Nachwuchs) gesehen. Eine Stunde später waren wir auch schon in Gillette,; viel zu früh, um im Motel einzuchecken. Daher sind wir auf die Main Street gefahren und einen Frühstücks-Stopp in einer wunderschönen Cupcake-Bakery eingelegt. Lecker!
Nachdem wir dort eine Stunde verbracht haben, führten wir auf dem Bürgersteig vor der Türe noch 2 unterhaltsame Gespräche und schon war wieder eine halbe Stunde herum. Also auf ins Motel.
Zunächst eine kurze Erfrischung im Pool, danach waschen, chillen, einkaufen und Essen gehen!

Heute haben wir übrigens die 3.000 gefahrenen Radkilometer geknackt!

Morgen werden wir wieder früh aufbrechen. Eine nicht so tolle Fahrt steht uns bevor. 100 Kilometer Interstate nach Buffalo, weil es nur diese eine Straße von hier dorthin gibt. Hoffentlich ohne Regen und Gewitter (ist mal wieder angesagt)!

Redakteur

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15. Juni 2018, 02:36

Do. 14.06. - 46. Tag: Pronghorn-Day in WY

Newcastle nach Moorcroft: 83 km

Der Wetterbericht hatte für die heutige Etappe 35°C und Headwind mit bis zu 30 km/h vorausgesagt. Deshalb hatten wir uns wieder für eine frühe Abfahrt entschieden. Um 5 Uhr klingelte der Wecker und wir haben schnell gepackt und das gestern Abend eingekaufte Frühstück gegessen.
Um 6 Uhr waren wir dann auf den Rädern.
Zu unserer Überraschung stellten wir dann fest, dass wir statt des angekündigten Süd-West-Headwind einen schönen Ost-Tailwind hatten. Das war ja super!
Kurz hinter Newcastle wurden wir von einem bellenden Hund verfolgt, Petra hatte gut lachen, fuhr sie doch vorne weg und Norbert rief von hinten nur „schneler, schneller“.
Weil wir befürchteten, dass der Wind im Laufe des Tages auf Headwind dreht, haben wir auf der Strecke nur 2 kleine Pausen gemacht und sind die 80 km durchgeradelt.
Die Landschaft wandelte sich weiter. Gestern waren wir noch in den Ausläufern der Black Hills, einer Hügellandschaft mit vereinzelten Ponderosa Pines. Jetzt wurden die Hügel flacher und der Bewuchs bestand nur noch aus kurzem Gras mit gelegentlichen kleinen Büschen.
Wunderschön waren die Hügel mit Gras und gelben Wildblumen bewachsen, die einen süßlichen Duft verströmten. Auf jeden Fall war das heute eine sehr schöne Fahrt!
Bei dem vorherrschendem trockenen Klima wird hier nur Viehwirtschaft (Ranching) und kein Ackerbau (Farming) betrieben. Wir haben kein einziges Ackerfeld gesehen.

Was wir aber gesehen haben, waren mindestens 100 Pronghorns und Mule Deers, die bei dem kurzen Gras sehr gut zu sehen waren. Mal waren sie ängstlich und liefen weg, mal etwas mutiger und blieben für einen kurzen Fototermin stehen.

Wir kamen mit dem Tailwind so gut voran, dass wir schon gegen 11 Uhr in Moorcroft waren.
Bei dem gebuchten Motel stand dann ein Zettel, dass das Office bei einem anderen Motel ist.
Also dorthin. Es stellte sich heraus, dass das andere Motel schöner liegt und den gleichen Betreiber hat. Wir haben dann das Zimmer umgebucht. Schnell geduscht, etwas gegessen und dann haben wir uns die kleine Stadt (1.000 Einwohner) angeschaut. Das war sehr schnell erledigt (@Winnie: „jwd“ ist noch untertrieben).

Aber es gab das West Texas Trail Museum. Texas? Texas ist ziemlich weit weg. Was soll das denn?
Im Museum klärte es sich natürlich dann sehr schnell auf. Hier in der Region wurde immer schon Ranching betrieben (Wyoming = Cowboy State) und die Rinder mussten dann zu den z.T. weit entfernten Bahnstationen getrieben werden, um in den Osten transportiert zu werden.
Dafür gab es ein Netz von festgelegten Wegen (Trails), die auch von Texas nach Norden verliefen.

In 8 Tagen werden wir in Cody, WY ankommen. Dort haben wir heute über Airbnb eine Unterkunft gebucht. Amy die Vermieterin überschüttete uns mit Informationen zu Cody. Sie scheint sich auf unseren Besuch zu freuen. Das hört sich spannend an. Dazu dann später mehr.

Es hat sich heute noch ein großes Problem für uns aufgetan.
Die WM in Russland hat angefangen und wir müssen versuchen, hier an bewegte Bilder zu kommen. Mal sehen, ob wir das hinkriegen. Vielleicht in Sport Bars.

Redakteur

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14. Juni 2018, 02:41

Mi. 13.06. - 45. Tag: Wyoming: Cowboy State

Von Custer nach Newcastle: 69 km

Heute morgen als wir von Custer losgefahren sind, sah es so aus, als hätte jemand einen grauen Vorhang über den sonst so strahlenden Himmel gezogen. Es war 7.45 Uhr und wir wollten heute einfach mal nicht so früh starten.
Unterwegs haben wir wieder einige Pronghorns gesehen, leider sind diese Tiere sehr scheu und verschwinden, sobald wir näher an sie heran fahren. Es ist meist keine Zeit ein Foto zu machen.
Nach einigen Kilometer haben wir eine kleine Büffelherde gesehen. Davon hat uns die Museumsangestellte gestern erzählt. Die Tiere halten sich nahe der Straße auf, aber die Herde besteht nur aus 17 Tieren. Wir sind über einen geschotterten Weg noch ein bisschen näher zu den Bisons gefahren, aber da wir ja nicht lebensmüde sind, betrug unser Sicherheitsabstand noch gute 100 Meter. Es gab zwar auch einen dünnen Stacheldrahtzaun, aber einen Bison zu reizen (es gab auch Kälber in der Herde) wollten wir dennoch nicht riskieren.
Zurück zur Straße. Es war heute morgen nicht nur wolkenverhangen, sondern auch richtig kalt. Die Hände wurden leicht steif und wir sind tapfer weiter gefahren. Nach einer sehr schönen langen Abfah Hills mit einem gigantischen Höhlennetz. Bis heute sind 195 Miles (das sind über 300 Kilometer) erforscht. Man vermutet, dass das nur ca. 5% der gesamten Höhle ist; diese Höhle zählt zu den längsten Höhlen der Welt.
Leider konnten wir nicht sofort in die Höhle, da immer nur kleinen Gruppen hereingelassen werden. Wir mussten fast 2 Stunden warten und haben uns die Zeit im Visitor Center, auf einen Rundwanderweg und mit Essen unserer mitgebrachten Sandwiches vertrieben. In dieser Zeit sind wir mindestens 10x von Passanten angesprochen worden, was wir machen, wo wir hin wollen und wo wir herkommen. Daraus ergaben sich einige nette Gespräche.
Die Höhlen-Tour, war kurz, aber wir haben einen guten Eindruck erhalten. Zu sehen gab es einen großen Höhlenraum, an deren Wänden wunderschöne, funkelnde Kristalle zu bewundern waren. Dazu gab es viele Infos von unserem Guide Raymont.
Nach unserem Abstecher zur Höhle mussten wir einen langen Anstieg zurück zum Highway 16. Mittlerweile kam die Sonne heraus und es war richtig warm, dazu auch wieder ein Hauch von Gegenwind. Gott sei Dank ging die Strecke heute überwiegend runter, obwohl wir auch hier wieder 500 Höhenmeter zu bewältigen hatten.
Gegen 14.00 Uhr und 47 gefahrenen Kilometern haben wir South Dakota verlassen und befinden uns jetzt in Wyoming. Die Black Hills lagen jetzt auch schon ein paar Kilometer hinter uns und die Landschaft wurde deutlich flacher. Pronghorns gibt es auch in Wyoming und der tolle Geruch der Pinien wurde ersetzt vom Wiesenduft und dem süßlichen Geruch einiger Wildblumen. Es gab unterwegs auch Pappeln und die weißen Pollen sahen aus wie Schneeflocken.
Wir haben erstmalig auch einen Mini-Staubteufel gesehen und wissen daher, dass Wyoming trocken ist. Das lässt sich auch an der Tatsache festmachen, dass die Autos (insbesondere auf Nebenstraßen) viel Staub aufwirbeln und uns ein vorbeifahrender Truck in eine tolle Staubwolke eingehüllt hat. Der Verkehr nimmt glücklicherweise (wie auch die Bevölkerungsdichte) merklich ab, daher wird uns das hoffentlich nicht all zu oft passieren. Wir waren jedenfalls froh, dass wir unsere Sonnenbrillen aufhatten.
Gegen 15.15 Uhr sind wir in Newcastle eingelaufen und sind zunächst zum Motel gefahren. Nach dem Abladen der Taschen wollten wir für morgen Proviant kaufen.
Dazu unser Tipp: Frage nie einen Amerikaner, ob der nächste Laden weit weg ist. Er sagt immer nein, erklärt freundlicherweise den Weg, aber fahren muss man dann noch 6 Kilometer!

PS: Heute wurde Petra erstmalig von einer Frau, die gesehen hat, dass wir eine lange Tour machen, in Bezug auf Norbert gefragt: „Do you still like him?“


13. Juni 2018, 02:39

Di. 12.06. - 44. Tag: Diskriminierung

Ein Tag in Custer: 0 km

Wir sind noch einen Tag in Custer geblieben und sind durch die Stadt geschlendert. Nach einer Runde Minigolf, haben wir Abstecher in einige nette Souvenirläden gemacht (ohne etwas zu kaufen – geht ja nicht , wegen unserer Taschenkapazität) und haben noch Essen und Wasser für Morgen unterwegs eingekauft.
Nachmittags haben wir das Museum im alten Courthouse besucht. Es war ein bisschen von allem zu sehen: Tierwelt, Indianer, Custer-Expedition, Gerichtsraum, Werkzeuge, Haushaltswaren, Kriegsgeschichte, alte Zimmer-Ausstattungen, Spielzeug, Waffen und so weiter. Die Ausstellung war sehr gut aufbereitet und es hat Spaß gemacht durch das alte Gebäude zu laufen.

Aber in diesem Museum werden ältere, junge Menschen diskriminiert. Norbert musste nur 5 statt 6 $ bezahlen, da er über 55 ist. Eine Unverschämtheit!!! Das ist ihm zum ersten Mal passiert, dass er irgendeine Senioren-Vergünstigung bekommt. Das sollte mal vom Supreme Court in Washington untersucht werden.

Witzig finden wir in diesem Ort, dass an den Straßenlaternen Fahnen und Lautsprecher hängen, aus denen den ganzen Tag Musik ertönt.

Ansonsten war es ein ruhiger Tag.

Morgen werden wir nach Newcastle aufbrechen, dass in Wyoming liegt. Nach 17 Tagen Süd Dakota ist auch schön, einen neuen Bundesstaat zu besuchen. Mal sehen, was uns auf dem Weg erwartet.

Redakteur

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12. Juni 2018, 03:08

Mo. 11.06. - 43. Tag: Die alten Herren vom Mt. Rushmore

Keystone nach Custer: 41 km

Es war wirklich kühl heute Morgen. Ca. 11 ° C. Da mussten wir wieder warme Sachen raus kramen. Aber der Himmel war zum Glück wolkenlos. So sind wir dann nach dem Frühstück um 7 Uhr am Baymont Hotel in Keystone losgefahren. Vor uns lagen ca. 40 km bis Custer mit den beiden Zwischenstationen Mount Rushmore und Crazy Horse Memorial.

Die 5 km von Keystone bis Mount Rushmore waren der Hammer. Hier haben wir schon 270 Höhenmeter aufgesammelt und wir haben für diese kurze Strecke ca. 45min (reine Fahrtzeit) gebraucht.

In Mount Rushmore (Werbeslogan: Shrine of Democrocy) durften wir an dem Zahlhäuschen vorbeifahren, weil wir mit Rädern da waren! Wir haben uns dann ca. 1 Std. am Monument aufgehalten. Die in den Fels gehauenen Köpfe der Präsidenten Washington, Jefferson, Roosevelt und Lincoln sind schon sehr, sehr eindrucksvoll.
Ca. 400 Arbeiter waren an der Erstellung von 1927-1941 beteiligt.
Wir kamen mit einer amerikanischen Familie, die während ihres Urlaubs bei Mount Rushmore Station machte, ins Gespräch. Sie wollten auch nach Washington und dann südlich an der Pazifik-Küste bis nach San Francisco. Da wir schon einmal dort waren, sprachen wir über die Gefängnisinsel Alcatraz. Der Familienvater sagte, einen Besuch von Alcatraz hätten sie auch geplant. Der Einzige, der als Gefangener von der Insel entkommen ist, war nämlich sein Cousin. Deshalb müsste er auch einmal dorthin. Petra hat schnell ein Foto von dem anwesenden Cousin gemacht (weil sie das so lustig fand), das ihr auch in der Fotosammlung bewundern könnt. (der Bartträger im Querformat; @Martin Stamen: Hast Du vielleicht einen Cousin in US wohnen?)

Nach dem Halt ging es dann weiter. Die Beine waren schon leer und müde (von 5 Kilometern!),
aber die Landschaft war traumhaft schön. Mit Ponderosa Pines bewachsene Felsen, der blaue Himmel; so abgelenkt radelten wir dann auch die letzten langen Anstiege bis zum Crazy Horse Memorial hoch.

Das Crazy Horse Memorial ist der Gegenentwurf zu Mount Rushmore. Auf Initiative des Sioux Häuptlings Standing Bear begann der Bildhauer Korczak Ziolkowski 1948 mit dem Bau der riesigen Skulptur von Crazy Horse. Als Ziolkowski 1982 starb, führten seine Frau und 7 seiner 10 Kinder die Arbeiten (als Non-Profit-Organisation, ohne staatliche Zuschüsse) weiter. Daher ist von der geplanten Reiterfigur bisher nur das Gesicht fertig. Zum Memorial gehört auch ein Museumskomplex, den wir uns angeschaut haben.
Netterweise durften wir unsere Fahrräder im Museum parken. Es kommt, laut der freundlichen Museumsangestellten nicht so häufig vor, dass jemand mit dem Fahrrad kommt.

Dann war es nicht mehr weit nach Custer. Und viel wichtiger: es ging bergab. Wir konnten also fast bis in die Stadt Rollen lassen und sind dann zuerst zum Hotel gefahren, um einzuchecken.
Ein kurzer Imbiss und eine Runde im Pool hat uns die Anstrengungen des Tages vergessen lassen.

Wir haben heute 930 Höhenmeter gemacht. Der höchste Punkt der Etappe lag bei 1.800 m üN.


11. Juni 2018, 01:58

So. 10.06. - 42. Tag: Historic Keystone

Pause in Keystone: 0 km

Wir haben beschlossen, unseren Zeitplan zu entschärfen, damit wir uns mehr angucken können. Dazu haben wir für den Yellowstone Nationalpark ab Cody ein Auto gemietet. Wir können es erst in Bozman wieder abgeben und dadurch sparen wir vor dem Nationalpark vier und dahinter drei Tage ein. Damit haben wir auch nicht die Übernachtung auf einem Campground im Yellowstone NP. Diesen kann man nämlich nicht vorab buchen, sondern die Plätze werden nach „first come, first serve“ vergeben. Und wenn wir erst um 3 oder 4 Uhr eintreffen, ist der Platz vermutlich schon voll, da nach Berichten von Parkbesuchern die Campgrounds vorsichtshalber bereits vormittags belegt werden und die Leute danach erst etwas unternehmen. Hier wären wir also wirklich im Nachteil.

So kam es also zum heutigen Pausetag in Keystone. Wir haben länger geschlafen und in einem überfüllten Frühstücksraum das gewohnt einfache Frühstück eingenommen.
Wir haben einen Rundgang durch das historische Örtchen Keystone gemacht, welches etwas abseits der Hauptstraße und weg von den ganzen Souvenirgeschäften liegt. Keystone war eine richtige Goldgräber-Stadt, in der noch bis in die 1930er Jahre industriell Gold und andere Metalle abgebaut wurden. Es standen noch einige Minen-Gebäude und andere historische Gebäude, die auch gut erklärt wurden. Im Anschluss sind wir in das alte Schulgebäude gegangen, welches jetzt ein Museum beherbergt. Es wurden viele Fotos und Gebrauchsgegenstände vergangener Tage gezeigt, was echt interessant und sehenswert war. Als wir wieder aus dem Museum kamen, war es zwar erst kurz vor 11 Uhr, aber die Sonne brannte uns schon unbarmherzig mit über 30°C auf den Kopf.

Dann sind wir mit einer historischen Eisenbahn (1880 Train) von Keystone nach Hill City gefahren. Die alte Diesellok benötigte für die ca. 15 km lange Strecke ca. 1 Stunde. Die Wagen waren über 100 Jahre alte Wagons, die alle wunderschön neu restauriert wurden. Wir saßen auf alten Holzbänken, deren Lehnen man je nach Fahrtrichtung umstellen konnte. Fensterscheiben gab es keine, der Fahrtwind wehte uns um die Nase. Es war eine gemütliche Fahrt durch die Black Hills und wir haben es genossen, uns mal fahren zu lassen. Unterwegs begegneten uns einige Rehe und es roch wieder wunderbar nach Pinien. Bei jeder Straßenüberquerung hatte der Zugführer merklich Spaß daran mehrfach laut zu tuten. Die Bahn wackelte durch das Land und da alles aus Holz war, knirschte der ganze Zug.
Entlang der Strecke lagen verlassene Mineneingänge und dazugehörende Gebäude und wir waren erstaunt, wie schnell die Zeit verflog. Von der Strecke hatte man einen schönen Ausblick auf Elk Peak, dem höchsten Berg der Black Hills.
Hill City hatte nicht so viel zu bieten, so sind wir nach einer Stunde wieder zurück nach Keystone gefahren.
Nachmittags noch kurz in den Pool und heute Abend werden wir noch einmal auf den steilen Weg runter (und später wieder rauf) in den Ort machen, um etwas zu essen.

Morgen werden wir nach Custer fahren, die Temperaturen „gehen in den Keller“, von heute 33°C auf kalte 22°C. Wir wollen früh los, damit wir die Ersten bei Mount Rushmore sind. :) :) :)

Die Bilder des heutigen Tages werden wir später (vermutlich morgen) hochladen, da die Internetverbindung sehr schlecht ist und das Hochladen der Bilder ewig dauert, bzw. es erst nach mehreren Versuchen klappt.

Redakteur

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10. Juni 2018, 04:55

Sa. 09.06. - 41. Tag: Die Black Hills

Rapid City - Keystone: 36 km

Gerade mal aus Rapid City herausgefahren, erwartete uns auch schon ein irre langer und steiler Anstieg in die Black Hills. Wir haben uns in den letzten Tagen schon reichlich Gedanken gemacht, wie wir die heutige Strecke wohl bewältigen.
Wir sind um 7.00 Uhr (das ist bei euch zu Hause 15.00 Uhr – falls jemand mal um diese Uhrzeit an uns denken mag) und bei noch einigermaßen erträglichen Temperaturen gestartet – es waren 20 °C, wurde es doch nach und nach deutlich wärmer. Um 8.30 Uhr waren es schon 25°C und um 10.00 Uhr stieg das Thermometer auf schlappe 30°C. Wir waren aber so mit Hochfahren beschäftigt, dass uns die Sonne, auch aufgrund des leichten Windes, nichts ausgemacht hat. Getrunken aber wir auch reichlich.
Von der Stadt raus in die Berge hat sich die Landschaft natürlich verändert. Die Berge waren zunächst mit kleineren Sträuchern, Gras, kleinen Laubbäumen und vor allem Pinien bewachsen. Je weiter wir in die Black Hills fuhren, um so mehr Pinien waren zu sehen und auch zu riechen. Der Geruch erinnerte uns an Südfrankreich (wie die Temperatur).
Der Boden ist trocken und felsig und die Strecke wies Ähnlichkeiten mit der Landschaft im Schwarzwald auf. Die Berge um uns herum sahen manchmal auch wirklich schwarz aus.
Die Anstiege haben wir, trotz des Gepäckgewichts von ca. 25 kg, sehr gut geschafft und wir haben mit großer Genugtuung festgestellt, dass auch so manches Auto bei den steileren Passagen deutlich langsamer wurde – „Yippie Ya Yeah, Schweinebacke!“
Nach ca. 21 Kilometern haben wir eine kurze Rast eingelegt und waren beide durchaus vergnügt, da wir die Strecke bis dato gut im Griff hatten. Wir fuhren im ersten oder zweiten Gang die Berge hoch, ca. zwischen 8,5 – 10,0 km/h; aber so kommt man auch zum Ziel!
Unterwegs waren noch einige Attraktionen wie ein Reptil Garden und ein Bear Wildlife Park, die wir aber links liegen ließen, weil der Bärenpark sowieso nur mit dem Auto zu befahren war. Dafür konnten wir von der Straße aus einige Hirsche sehen.
Es kamen auch zwei sehr lange schöne Abfahrten, leider mussten wir ziemlich bremsen, da der Seitenstreifen Rillen und Löcher aufwies und teilweise loser Schotter darauf lag, so dass eine Abfahrt über 40 km/h nicht in Frage kam. Schade – kein neuer Geschwindigkeitsrekord.
Etwas verunsichert hat uns die Tatsache, dass wir Schüsse gehört haben, hat uns da vielleicht jemand mit Wild verwechselt?
Nach einer letzten tollen Abfahrt waren wir schon um 10.45 Uhr in Keystone. Wir haben wieder versucht früher im Hotel einzuchecken, aber die normale Eincheckzeit ist in diesem Hotel 16.00 Uhr. Der sehr nette Rezeptionist hat gesagt, wir könnten um 14.30 Uhr kommen, da dann bestimmt schon ein Zimmer fertig ist. Also sind wir zunächst in das vor Kitschläden nur so wimmelnde, mitten in den Black Hills liegende Örtchen Keystone gelaufen (unsere Sachen durften wir in die Küche stellen :) ) und haben schon so gegen 11.30 Uhr unser Mittagessen (Burger!) eingenommen.
Keystone scheint eine Mischung aus Phantasialand und Las Vegas im Westentaschenformat zu sein.
Nach dem Essen haben wir zum Zeitvertreib ein paar Kitschläden besucht – aber nichts gekauft, sind den Berg wieder hoch gelaufen, haben einem Helikopter beim Landen zugesehen und sind dann zum Hotel in die Lobby (warten bis es 14.30 Uhr ist und diesen Bericht schreiben), weil es draußen einfach zu warm ist (kein Fahrtwind mehr)
Das weitere Tagesprogramm sieht einen Ausflug in den Hotelpool vor (in der Zwischenzeit wird vermutlich unsere Wäsche ihre Runden in der Hotelwaschmaschine drehen), eventuell ein kleines Nachmittagsschläfchen und ….. mal sehen….
Gefahren sind wir heute 790 Höhenmeter! Darüber freuen wir uns jetzt immer noch.


09. Juni 2018, 04:46

Fr. 8.6. - 40. Tag: Ruhetag in Rapid City

0 km

Von heute gibt es nicht viel zu berichten.
Wir haben lange geschlafen, noch mit Stephan gefrühstückt und sind dann in die Stadt bummeln gegangen. Essen, einkaufen, skypen und telefonieren und Eis essen waren unsere Nachmittags-Beschäftigungen.
Abends haben wir erneut ein Bier in der örtlichen „Firehouse Brewery“ getestet. War lecker!
Morgen geht es zum ersten Mal in die Berge. Wir haben uns extra nur eine kurze Strecke nach Keystone in die Nähe von Mount Rushmore vorgenommen. Mal sehen wie es wird.

Redakteur

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